Die Eminem-Lovestory in drei Akten

Es fühlte sich ein wenig so an, als würde etwas passieren, das die Welt ernsthaft verändern könnte. Es ist soweit, Eminem hat sich wirklich erneut in den Thurgau verirrt.

Eminem kam, sah und siegte. Das Drama in drei Akten.

1. Akt: Die grosse Vorfreude

Der Freitag am Openair Frauenfeld begann regnerisch und endete im Schlamm. Doch nichts kann die Vorfreude auf den «Rap God» aus den Vereinigten Staaten trüben. «Ich bin nur wegen ihm hier», «das wird das beste Konzert» und «er ist eine Legende», sind nur einige Nettigkeiten, die die Festival-Besucher für Eminem übrig haben. Doch nicht alle waren positiv gestimmt. «Ich hoffe, er spielt nicht nur die neuen Songs. Und es hat eh viel zu viele Leute, dann macht es auch keinen Spass mehr», sagte Philemon aus Oberuzwil. «Aber wenn er das Lied 'Rap God' spielt, raste ich trotzdem aus.»

Kurz vor dem Konzert befanden sich mindestens 95 Prozent aller Festivalbesucher vor der Bühne. Bis hinter die Essensstände standen die Eminem-Fans. Vor dem Konzert war es aussergewöhnlich ruhig. Schon fast andächtig drängelten sich die Besucher immer näher zusammen, um möglichst nahe an ihrem Idol zu sein.

Bis der Vorhang fiel.

2. Akt: Das Feuerwerk-Konzert

Eminems Konzert war wie ein riesiges Feuerwerk, das mit einem Blindgänger gestartet wird. Wo alle gebannt auf den ersten Hit warteten, liess sich Eminem Zeit. Erst nach der ersten halben Stunde griff er in seinem Repertoire nach einem Hit. Die ersten Töne von «Rap God» ertönten – und von da an zündete Eminem das Feuerwerk. Er spielte sie alle: «Lose Yourself», «Not Afraid», «Without Me», «River». Von Hit zu Hit angelte er sich in alle Herzen der Leute in Frauenfeld – denn bestimmt jeder hat zu irgendeinem Song von ihm eine bestimmte Geschichte. Nicht nur die Besucher waren von der Atmosphäre mitgerissen. «Das ist die lauteste Crowd seit sehr langer Zeit! Switzerland you are crazy!», schrie Eminem in sein Mikrofon und das Echo aus Geschrei einer riesigen Menschenmasse folgte.

3. Akt: Die Euphorie danach

Als der letze Ton von «Lose Yourself» erklang und Eminem von der Bühne verschwand, begann die übliche Völkerwanderung von der Bühne Richtung Food Lane. «Das Konzert war einfach der Oberhammer. Er kam nicht zu spät und er spielte alle alten Lieder. Er ist einfach der Beste!», sagte Sandra. Und mit dieser Meinung war sie nicht alleine. «Wir waren leider nicht weit vorne, weil es so viele Menschen hatte, aber es war trotzdem genial. Der Anfang war nicht so hammer, aber es wurde immer besser. Am Schluss hat es mich richtig geflasht», sagte Janis aus Winterthur.

Fazit: Eminem haute die Frauenfelder um, und die Frauenfelder hauten Eminem um. Könnte ein Konzert besser verlaufen?

Lena Rhyner