«Das ist sexistische Kackscheisse!»

Der Schweizer Mundartrocker Trauffer hat kürzlich einen neuen Videoclip veröffentlicht. Dieser sei an Sexismus nicht zu überbieten, sagt Gülsha Adilji in ihrer Fernsehshow. Trauffer findet die Anschuldigungen lachhaft und schiesst zurück.

Die Geschichte vom süssen Bergbauernmädchen Heidi und dem Geissenhirtenjungen Peter kennt hierzulande jedes Kind. Die geheime, unterschwellige Liebe der beiden ist Stoff für zahlreiche Filme, Bücher und Lieder. Dieser Geschichte hat sich nun auch der Schweizer Mundartrocker Marc Trauffer bedient. In seinem neuen Lied «Geissepeter» besingt der Berner Oberländer eine moderne Form der Heidi & Geissenpeter-Geschichte. Es handelt um den Geissenpeter, der auf der Alp eine tätowierte Heidi trifft, die ihn um den Finger zu wickeln versucht. Hier der Clip:

Heidi lüpft ihres Röckli? - «Das geht gar nicht!»

«Trauffer, was läuft bei dir? So etwas geht doch einfach nicht», sagt Gülsha Adilji in ihrer Sendung Zoom Kaboom auf Teleclub. Darin kritisiert die Moderatorin Trauffer scharf. Dieser soll in seinem neusten Lied «Geissepeter» mit Textpassagen, wie «...schüttlet iri Zöpfli und lüpft ihres Röckli...», eine Grenze überschritten haben. Zudem soll sich das Mädchen im Videoclip unmöglich verhalten.

Adiljis Ansage ist klar: «Ohne Scheiss - das ist einfach nur sexistische Kackscheisse!» Gülsha versteht nicht wie so etwas Sexistisches in der heutigen Gesellschaft noch möglich sei. Als sie das Musikvideo das erste mal gesehen hat, schüttelte sie nur ungläubig den Kopf: «Dieser Clip vermittelt ein völlig eindimensionales Bild der Frau. Als könnten Frauen nur schön aussehen, kochen und Männer verführen.» Sie habe per se nichts gegen Trauffer und seine Musik, er sei mit diesem Lied einfach zu weit gegangen.

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Trauffer: «Halbwegs begabte Gülsha hat ein Problem»

Mit diesen Anschuldigungen konfrontiert zeigt sich Trauffer wenig beeindruckt. Von einem Sexismus-Vorwurf will er nichts wissen: «Unsere Musik zaubert den Leuten ein Lächeln ins Gesicht und dient lediglich der Unterhaltung.» Das müsse man erst verstehen. Natürlich habe Gülsha das Recht auf freie Meinungsäusserung, aber: «Dass solch halbwegs journalistisch begabte Leute wie Gülsha ein Problem mit Unterhaltung haben, ist nichts Neues. Wem die Musik nicht passt, soll sie nicht hören.» Trauffer fühlt sich als Zielscheibe der Moderatorin: «Heutzutage ist es ein Leichtes, mit dem Finger auf andere zu zeigen und etwas schlecht zu reden.»

Gülsha sagt, was sie denkt

Diese Anschuldigungen lassen die Entertainerin auf Nachfrage kalt: «Es geht hier nicht um mich, sondern um eine grössere Sache. Es kann nicht sein, dass heutzutage jemand Erfolg mit solch sexistischen Äusserungen Erfolg hat.» Gülsha war verwundert, dass das Video noch keinen grösseren Aufschrei erzeugt hat. Die Reaktionen seien eindeutig: «Das Video ist sexistisch».

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Raphael Rohner
veröffentlicht: 30. November 2017 17:40
aktualisiert: 1. Dezember 2017 14:27