Der blinde Reisereporter
Christoph Ammann (59) leidet an der Erbkrankheit Netzhautdegeneration, die nach und nach die Sehkraft schwächt. Vor gut zehn Jahren erblindete er vollends. Zuvor war er lange und leidenschaftlich als Reisejournalist in der Welt unterwegs gewesen und hatte damit seinen Lebensunterhalt verdient.
«Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich diese Behinderung akzeptieren konnte», sagt der Familienvater. Doch Ammann hatte Glück: «Mein Arbeitgeber hat mir zugesichert, die Stelle behalten zu können, solange ich die gleiche Leistung erbringe.» Ammann ist Ressortleiter bei der «Sonntagszeitung», dem« Bund» und dem «Tagesanzeiger». Ammann reist jedoch nur noch selten.
«Ich habe immer eine Begleitung dabei, die mir alles ganz genau schildern kann.» Er bevorzugt nun Reisen, die viel Hintergrund-Recherchen voraussetzen und bei denen er Gespräche führen kann. Reisen wie eine Fahrt mit dem Orient-Express sind nichts mehr für ihn: «Diese leben von der Landschaft, die an einem vorbeizieht.»
Für Ammann ist sein Vater ein grosses Vorbild, auch dieser ist im Alter an der selben Krankheit erblindet. «Er hat immer das Positive gesehen und sich nie beklagt. Ich versuche es, ebenso zu halten.»
Christoph Ammann war zu Gast in der FM1-Sendung «Gott und d'Wält». Die Beiträge könnt ihr hier nachhören: