«Was wir sehen, ist haarsträubend»: Kapo St.Gallen zu Unfällen im FM1-Land

Der starke Schneefall hat im FM1-Land am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Erstaunlich aus Sicht der Kantonspolizei St.Gallen, eine Begründung für die Winter-Turbulenzen meint Polizeisprecher Hanspeter Krüsi aber gefunden zu haben.

Einer der Unfälle endet gar tödlich. In Rüeterswil im Linthgebiet verliert ein 20-Jähriger nach freiwilligem Driften die Kontrolle über sein Auto – und lässt seinen 24-jährigen Beifahrer sterbend im Fahrzeug zurück. Die Tragödie in Rüeterswil ist aber nicht alles, was die Kantonspolizei St.Gallen in der Nacht auf Freitag auf Trab gehalten hat.

«Es gab auch andere Unfälle, jedoch nicht im Ausmass von jenem in Rüeterswil», erklärt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. 23 sind es an der Zahl, darunter auch ein Crash mit fünf involvierten Autos in Buchs. «Schnee und Regen in tiefen Lagen bedeuten schlechte Sichtverhältnisse. Solche Komponenten führen leider fast schon gezwungenermassen zu Unfällen.»

«Jede Fahrt ist heutzutage eine Risikofahrt»

Trotzdem ist die Häufigkeit der Unfälle bei winterlichen Bedingungen besonders auffällig. «Auch uns erstaunt das immer wieder, man sieht den Schnee und die vereiste Strasse ja. Das Bewusstsein dafür scheint aber einfach zu wenig da zu sein», sagt Krüsi und sucht zugleich nach Gründen: «Ein Faktor beim Autofahren ist mit Sicherheit auch der Stress in der heutigen Zeit. Und die Ablenkung. Autofahrerinnen und Autofahrer lesen beispielsweise Whatsapp-Nachrichten während ihrer Fahrt. Was wir sehen, ist zum Teil haarsträubend. Ein solches Verhalten führt immer wieder zu Unfällen.»

«Und ich gehe noch einen Schritt weiter», holt Hanspeter Krüsi aus. «Jede Fahrt ist heutzutage eine Risikofahrt.»

Thurgauer Blechschaden

Im St.Galler Nachbarkanton, dem Thurgau, sind die Unfälle verhältnismässig glimpflich verlaufen. «In der Zeit von Donnerstagabend bis Freitagvormittag wurden der Kantonspolizei Thurgau sechs Verkehrsunfälle mit Sachschaden gemeldet. Es wurde niemand verletzt», erklärt Mediensprecher Miguel Lopez.

Nochmal anders verlief der erneute Wintereinbruch hingegen in den anderen Kantonen im FM1-Land.

«Mir hend gar nüt»

«Ich war selbst überrascht», erklärt Richard Schmidt, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus. Und sagt: «Mir hend gar nüt.» Er könne von keinem Unfall berichten.

Aus Graubünden heisst es: «Normal. Das Übliche», so Markus Walser, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden. Es gebe immer wieder Unfälle in den höheren Lagen, in der «Fläche» sei aber nichts Ausserordentliches los gewesen. Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden berichtet von drei Verkehrsunfällen, aus Innerrhoden liegen keine Meldungen vor.

Bedeckte Scheinwerfer und dunkle Kleider

Gemäss Krüsi kann man Unfällen bei Schneefall aber durchaus entgegenwirken. «Wenn es schneit, ergibt es durchaus auch mal Sinn, anzuhalten und die Scheinwerfer des Autos vom Schnee zu befreien.»

Und: «Dunkelheit und die dunklen Kleider von Fussgängerinnen und Fussgängern machen es auch nicht einfacher. Leuchtstreifen und helle Kleidung können dabei helfen, dass Fussgängerinnen und Fussgänger von Verkehrsteilnehmenden gesehen werden», schildert Krüsi weitere mögliche Massnahmen zur Prävention.

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(les)

veröffentlicht: 19. Januar 2024 16:11
aktualisiert: 19. Januar 2024 16:11
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