Nach Feiern am Cupfinal: Mehreren Wirten droht Anzeige

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Quelle: FM1Today

Weil es während des Cupfinals am Pfingstmontag bei Gastrobetrieben in St.Gallen zu Menschenansammlungen kam, droht nun mehreren Wirtinnen und Wirten eine Anzeige. Aktuell laufen Abklärungen der Stadtpolizei.

So voll war es in der Stadt St.Gallen schon eine Weile nicht mehr. Anlässlich des Cupfinals am Pfingstmontag füllten sich ab Mittag die Restaurantterrassen, mehrere Lokale hatten inoffizielle Public Viewings eingerichtet. Trotz der St.Galler Niederlage wurde anschliessend vielerorts feuchtfröhlich weitergefeiert. Dass die Corona-Massnahmen zum Teil nicht eingehalten wurden, könnte für einige Wirtinnen und Wirten Konsequenzen haben.

Menschenansammlungen in der Innenstadt

«Vor allem bei Gastronomiebetrieben gab es diverse Menschenansammlungen, die nicht coronakonform waren», bestätigt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. «Aus Verhältnismässigkeit sind wir nicht sofort eingeschritten. Im Endeffekt gehört es ja auch zur Eigenverantwortung, ob man eine Maske trägt.» Ob sich aber gewisse Beizerinnen und Beizer nicht an die Schutzkonzepte hielten, muss die Polizei nun genauer abklären.

«Es könnte mehrere Anzeigen geben»

«Das Gesetz muss auch während eines Cupfinals eingehalten werden», sagt Dionys Widmer. «Wir haben die Situation vor Ort deshalb dokumentiert und werten dieses Material nun aus. Stellen wir strafbare Handlungen fest, zum Beispiel das Nichteinhalten des Schutzkonzepts, so könnte es mehrere Anzeigen geben.» Vorher werde man mit den betroffenen Wirtinnen und Wirten aber das Gespräch suchen.

Stadtpräsidentin hat Verständnis

Ein bisschen weniger eng sieht es die St.Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa. «Ich fand eigentlich, der gestrige Tag lief in einem guten Rahmen ab. Es gab ja auch Fans, die hatten eine Maske an und hielten sich an die Massnahmen. Man darf die Verhältnismässigkeit nicht ausser Acht lassen.» Klar ist für Pappa auch, dass die Menschen einen solchen Fussballmatch nicht alleine zu Hause schauen wollen.

Beizer fühlt sich nicht verantwortlich

Die Aussage der Stadtpräsidentin dürfte einen St.Galler Beizer, der lieber anonym bleiben möchte, überraschen. «Wir hatten im Vorfeld engen Kontakt mit der Stadt und wollten am Cupfinal etwas Coronakonformes aufziehen, damit die Menschen das Spiel zusammen anschauen können. Leider ist uns überhaupt nichts erlaubt worden.» Er habe dann halt einen Fernseher vor seinem Lokal angebracht. «Was die Leute dort draussen machen, dafür bin ich nicht verantwortlich.»

Vereinzelt Böller gezündet

Trotz dieser Verstösse gegen die Coronamassnahmen zieht die Stadtpolizei St.Gallen alles in allem eine positive Bilanz nach dem Cupfinal. «Obwohl viele Leute unterwegs waren, ist alles gewaltfrei abgelaufen», sagt Widmer. Auch Sachschaden habe es keinen gegeben. «Vereinzelt wurden Böller gezündet, sonst musste die Polizei aber nicht einschreiten.» Die Stadtpolizei ging bereits im Vorherein von einem friedlichen Anlass aus und wäre auch darauf vorbereitet gewesen, wenn es bei einem Sieg noch mehr Leute zum Feiern in die Stadt gezogen hätte.

veröffentlicht: 25. Mai 2021 18:18
aktualisiert: 25. Mai 2021 16:48