«Es ist ein toller Geburtstag»

Das Szene Openair wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Grund zu feiern, finden nicht nur die Besucher, sondern auch die Festivalleitung. Am Abend füllt sich das Gelände entsprechend.

«Für mich ist es ein wunderbares Festival, ich habe ein wahnsinnig tolles Team im Rücken, das eine riesen Gaudi bei der Organisation hat», sagt Festivalleiter Hannes Hagen. Auch wenn das Szene Openair bereits 30 Jahre alt wird, die Festivalleitung hat noch lange nicht genug. So geht es auch den Besuchern, das Szene Openair 2019 ist ausverkauft.

«Es ist wie auf einem Klassentreffen»

Dass das Festival bis auf das letzte Ticket ausverkauft ist, merkt man auf dem Gelände. Gegen Abend werden die Menschenmassen immer grösser, man steht für Essen und Getränke, aber auch für die Toiletten an.

Die Besucherinnen und Besucher lassen sich davon aber nicht stören und tanzen erst zu kleineren Festival-Highlights wie Grossstadtgeflüster, später aber auch zum Headliner Annenmaykantereit, der gleich mehrere Zugaben gibt. Zum Abschluss des Festivals tritt Otto Waalkes auf, der bereits den ganzen Tag von anderen deutschen Künstlern angepriesen wird und das Publikum dann auch bestens unterhält.

Viele sind nicht zum ersten Mal da. «Ich komme wenn möglich jedes Jahr. Man trifft hier einfach ganz viele Leute, die man kennt, es ist wie ein grosses Klassentreffen oder Dorffest», sagt Melissa aus Au. Aber auch Besucher die zum ersten Mal da sind, sind zufrieden. «Dass man für die Toilette aus dem Gelände muss, ist etwas schräg, aber ansonsten ist die Stimmung super», sagen Laura und Stefan aus St.Gallen. Sie sind wegen des guten Line-Ups gekommen und wurden nicht enttäuscht. «Mein Highlight ist der Spätzle-Stand», sagt Jakob aus Zürich. Allgemein trifft man sehr viele Schweizer, hauptsächlich aus dem Rheintal und St.Gallen, aber auch von weiter weg.

Organisation läuft reibungslos

Nach einer geglückten Hauptprobe im letzten Jahr ist die 30. Ausgabe des Szene Openair gut geplant, Probleme gibt es kaum. Seit letztem Jahr ist die zweite, kleinere Bühne am Szene Openair nicht wie bis anhin in einem Zirksuzelt sondern unter freiem Himmel. «Der Versuch im letzten Jahr ist geglückt, daher gibt es auch in diesem Jahr zwei Openair-Bühnen», sagt Hannes Hagen.

Wie in den letzten Jahren werden die Bühnen abwechselnd bespielt, die Pause zwischen den Acts beträgt nur zehn Minuten. «Es gibt genug Plätze abseits vom Gelände, am Alten Rhein oder auf dem Campingplatz, wo man sich erholen kann», sagt Hagen.

Zum Geburtstag ausverkauft

Spontane Festivalgänger hatten am Szene Openair dieses Jahr das Nachsehen. Die Festivalpässe waren ausverkauft, Tagestickets gab es nur noch wenige. «Es ist eine tolle Sache, wenn man zum 30. Geburtstag ausverkauft ist. Das gibt einem einerseits Planungssicherheit, was das Line-Up angeht, aber auch Motivation für die kommenden Jahre», sagt Hagen. Rund 25'000 Besucher haben das Festival seit Donnerstag besucht.

Das Gelände vergrössern können und möchten die Organisatoren aber nicht, sie arbeiten allesamt ehrenamtlich für das Szene Openair. Das Festivalgelände liegt zwischen dem Damm und dem Alten Rhein, entsprechend ist der Platz begrenzt. «Wir wollen das Festival noch schöner und feiner machen für die Leute», sagt Hagen auf die Frage, was sich in den kommenden Jahren am Szene Openair noch alles tun wird.

Conchita Wurst kommt nächstes Jahr

Bezüglich Line-Up konnte die Festivalorganisation hier bereits zu einem kleinen Teil Klarheit schaffen. Per Videobotschaft verkündete Eurovision-Songcontest-Gewinnerin Conchita Wurst, dass sie kommendes Jahr in Lustenau auf der Bühne stehen wird.

«Egal ob Schweizer oder Österreicher, hier sind alle Festivalbesucher»

Viele Schweizer tummeln sich auf dem Gelände in Lustenau. «Das ist überhaupt nichts exotisches, wir sind uns Schweizer gewöhnt, sie sind an uns gewöhnt. Auf dem Gelände sind sie alle einfach Festivalbesucher, ob aus dem Tirol, aus Wien oder aus Deutschland. Ich glaube, ein Festival ist auch dazu da, Grenzen aufzubrechen.»

«Es wächst eine nachhaltige Generation heran»

Das Szene Festival ist nicht nur ehrenamtlich, sondern auch nachhaltig organisiert. Auf dem Gelände liegt praktisch kein Müll herum, es gibt für Einweggeschirr und Depotbecher ein Pfandsystem. «Es sind kleine Rädchen, an denen wir hier drehen können, aber es sind Rädchen», sagt Hagen. Ausserdem stellt er auf dem Gelände einen Trend zum nachhaltigeren Bewusstsein fest. «Die Jungen tragen ihrer Umwelt mehr Sorge, es wächst eine neue Generation heran.»

Fabienne Engbers