Bayreuther «Lohengrin» im zweiten Jahr gefeiert

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel schaute sich auch am Freitagabend eine Darbietung bei den berühmten Bayreuther Festspielen in Deutschland an. (Archivbild)
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel schaute sich auch am Freitagabend eine Darbietung bei den berühmten Bayreuther Festspielen in Deutschland an. (Archivbild)
© KEYSTONE/EPA/PHILIPP GUELLAND
Der Bayreuther «Lohengrin» ist in seinem zweiten Jahr vom Festspiel-Publikum bejubelt worden. Bei der Wiederaufnahme der Inszenierung von Regisseur Yuval Sharon gab es am Freitagabend minutenlangen Applaus.

Der ging wohl in erster Linie auf das Konto von Tenor Klaus Florian Vogt, der in der Titelrolle brillierte - und Dirigent Christian Thielemann, der bewies, welche Vorteile es haben kann, die Akustik in einem Haus ganz genau zu kennen.

Auch Georg Zeppenfeld als Heinrich und Elena Pankratova als Ortrud wurden begeistert gefeiert - ebenso Camilla Nylund als Elsa für eine allerdings wenig kraftvolle Darbietung. Sie sah zwar dank hellblauer Lockenperücke fast aus wie im vergangenen Jahr Anja Harteros, klang aber in der Einschätzung zahlreicher Zuschauer nicht so.

Mitte August kommt Anna Netrebko zu ihrem Bayreuth-Debüt auf den Grünen Hügel und übernimmt die Elsa in zwei Vorstellungen.

Sharons «Lohengrin», für das niemand geringerer als Star-Maler Neo Rauch das blaue Bühnenbild entworfen hat, ist in vielen Punkten das komplette Kontrastprogramm zu dem Feuerwerk, das Tobias Kratzer bei der Festspieleröffnung mit seinem neuen «Tannhäuser» abbrannte. Es war allerdings sehr statisch, keine grossen Regie-Einfälle, kaum Personenführung. Trotzdem - oder gerade deshalb - gab es aus dem Publikum, in dem auch wieder die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sass, keine Buhs für das Regie-Team. Eine Seltenheit in Bayreuth.