Strahlen in den Augen ist grösster Lohn

Die Tannenbäume werden zu Familien in der Region geliefert.
© (Kiwanis Club)
Der Advent ist für eine halbe Million Menschen in der Schweiz nicht die schönste, sondern die traurigste Zeit. Sie können sich weder Geschenke noch Weihnachtsbäume leisten. Der Kiwanis-Club Rorschach-Sulzberg schenkt bedürftigen Familien in der Region deshalb jedes Jahr einen Christbaum.

«Was soll ich an Weihnachten schenken?» Diese Frage stellt sich für über eine halbe Million Menschen in der Schweiz nicht. Sie müssen sich jeden Tag entscheiden, für was sie ihre knappen Geldmittel aufwenden. Ein Christbaum hat da nicht wirklich Priorität.

Gerade für Familien ist ein solcher Baum aber ein Symbol für Zusammengehörigkeit und Wärme. Deshalb ist es auch eine traurige Vorstellung, wenn sich jemand einen Weihnachtsbaum wünscht, sich diesen aber nicht leisten kann.

Finanzierung durch Spenden

An dieser Stelle greift der Kiwanis-Club Rorschach-Sulzberg jedes Jahr ein. Dessen Mitglieder möchten Familien die Möglichkeit geben, ein reguläres Weihnachtsfest zu feiern. Seit mittlerweile 20 Jahren schenken sie bedürftigen Familien in der Region einen Christbaum in Vollausstattung - inklusive Baumständer, Schmuck, Kerzenhaltern, Kerzen und Guetzli.

Das Geld für diese Anschaffungen kommt auf verschiedenen Wegen zusammen. Einmal durch den Beitrag, den alle Mitglieder im Sozialfonds leisten - und zum anderen durch zwei grosse Aktionen: «Wir verkaufen an einem Adventssonntag in Rorschach Weihnachtsguetzli und dann findet im Sommer noch ein Flohmarkt statt, an dem wir Suppe verkaufen», lässt Patrick Frei, der Sozialbeauftrage des Clubs, wissen. «Dadurch generieren wir genügend Geldmittel, um alles zu finanzieren.»

Direkte Hilfe von und für Menschen

Den Grossteil der Beschenkten würden junge, alleinerziehende Mütter ausmachen. «Es kann sich auch um Familien ohne christlichen Hintergrund handeln», sagt Patrick Frei. «Auch dort macht der Christbaum sehr viel Freude.» Den grössten Nutzen an dem Geschenk hätten sowieso die Kinder. Und das Strahlen in deren Augen sei für den Kiwanis-Club der grösste Lohn für den Einsatz. Deshalb ist eine anonyme Spende für die Kiwaner auch kein Thema.

Wenn die tatkräftigen Unterstützer die Bäume zu den Familien liefern, bekommen sie einen direkten Einblick in das Leben der Bedürftigen. Das geht nicht wenigen nahe. «Man nimmt wahr, inwiefern Kinder in ihrem Leben nicht begünstigt sind», sagt Vize-Präsident Stefan Meier. Für ihn ist das der Ansporn, diese Aktion Jahr für Jahr durchzuführen. «Wenn man dann Freude bringen kann, ist das jedes Mal ein schönes Erlebnis.»

(cla)

Claudia Amann
veröffentlicht: 18. Dezember 2016 09:26
aktualisiert: 27. Dezember 2016 14:42
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