Wird im FM1-Land überhaupt noch gefastet?

Quelle: FM1Today/Linda Hans/Philomena Koch

Vor einer Woche hat mit dem Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit begonnen. Was früher in christlichen Regionen gang und gäbe war, hat heute nicht mehr die gleiche Bedeutung. Das sagen Menschen aus dem FM1-Land zum Fasten.

Süssigkeiten, Kaffee, Social Media oder Fernsehen — heute gibt es keine strengen Regeln mehr, wie die Fastenzeit genau gestaltet werden soll. Die Menschen können für sich selbst entscheiden, worauf sie in dieser Zeit verzichten wollen, wichtig ist nur, dass es ein spürbarer Verzicht ist. Auch ist bei der Fastenzeit der religiöse Hintergrund nicht mehr unbedingt gegeben.

Markus Naef von der Arbeitsstelle junge Erwachsene der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen sagt zur Fastenzeit: «Es geht darum, die eigenen Gewohnheiten zu überdenken, eine Zeit lang etwas nicht zu machen und dadurch zu neuen Erkenntnissen zu kommen.»

«40 Tage ohne»

Bereits seit 17 Jahren gibt es die Aktion «40 Tage ohne», welche Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis etwa 35 Jahren bei der Fastenzeit begleitet. Personen, welche sich angemeldet haben, erhalten persönliche Post mit Inputs rund um das Thema «Verzicht». Sie können selbst entscheiden, worauf sie verzichten wollen und ein religiöser Hintergrund ist nicht gefordert.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der evangelisch-reformierten Kirche St.Gallen, der Fachstelle kirchliche Jugendarbeit des Bistums St.Gallen sowie der Jugendseelsorge der katholischen Kirche Zürich.

Immer mehr wollen weg vom Bildschirm

Laut Markus Naef sind die Anmeldezahlen seit Beginn des Projektes immer etwa gleich hoch. Was sich verändert hat, sind die Themen des Verzichts. Der Spitzenreiter Süssigkeiten bleibt bestehen, aber seit einigen Jahren hat der Verzicht auf Social Media oder generell auf Bildschirmzeit extrem zugenommen. Gemäss Naef setzt sich mittlerweile jeder dritte Teilnehmende ein Verzichtsziel im digitalen Bereich.

«Ich glaube, es ist sehr selten, dass Personen wirklich dezidiert aus religiösen Gründen fasten», sagt Naef weiter. Die Gesellschaft verändert sich und es gehe bei der Aktion mehr darum, die alte Tradition des Fastens in die neue Zeit zu übersetzen.

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Linda Hans
veröffentlicht: 21. Februar 2024 15:20
aktualisiert: 21. Februar 2024 15:20
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