Haus weg, Parkplatz hin: Abbruch auf Vorrat sorgt für Unmut

Hier am Platztor soll der neue HSG Campus gebaut werden.
© Tagblatt/Hanspeter Schiess
Der St.Galler Stadtrat möchte ein Wohnhaus beim Areal Platztor auf Vorrat abbrechen. Bis dort die zukünftige Campusanlage der Universität St.Gallen gebaut wird, sollen Parkplätze entstehen. Dagegen gibt es Widerstand aus dem Stadtparlament – aus der SP kommt eine einfache Anfrage an den Stadtrat.

Auf dem Areal Platztor soll eine zukünftige Campusanlage der Universität St.Gallen gebaut werden. Darüber hat das St.Galler Stimmvolk im Jahr 2019 abgestimmt. Seither ist aber bekannt, dass sich die Planungen verzögern werden. Es werden Alternativen geprüft, bei denen das gelbe Wohnhaus, die offene Kirche und die Bäume rundherum bestehen bleiben können.

Abbruch auf Vorrat

Trotzdem möchte der St.Galler Stadtrat das gelbe Wohnhaus nun auf Vorrat abbrechen. Mit diesem Vorhaben sind die SP-Politikerin Doris Königer und der SP-Politiker Gallus Hufenus nicht einverstanden. «Zusätzliche Parkplätze auf dem Platztor-Areal würden den Standort mit noch mehr Verkehr belasten und widersprechen den Mobilitätszielen der Stadt», heisst es in der einfachen Anfrage, die sie an den St.Galler Stadtrat gestellt haben.

Nicht zum ersten Mal

Das gelbe Haus mit günstigem Wohnraum sollte schonmal abgebrochen werden. Dazumal entschied der Stadtrat jedoch, dass die Mietenden bis zum konkreten Baubeginn im Haus bleiben dürfen. Die beiden SP-Politiker kritisieren, dass der Stadtrat jetzt seine Entscheidung geändert hat, ohne dass eine «Gefährdung der heutigen Bewohnerschaft» oder ein «konkretes bewilligtes Projekt» vorliegt.

In der einfachen Anfrage schlagen sie dem St.Galler Stadtrat vor, den unabhängigen Verein «Espace Suisse» mit einem Gutachten zu beauftragen. In diesem Gutachten sollen die notwendigen Investitionen den finanziellen Erträgen gegenübergestellt werden.

Ebenfalls stellen die beiden die Frage, ob sich der Stadtrat eine Zwischennutzung wie beim Lattich vorstellen könnte. Auf dem Platztor-Areal könnten so beispielsweise temporäre Microwohnungen und Genossenschaften entstehen.

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(red.)

veröffentlicht: 8. Dezember 2023 17:56
aktualisiert: 8. Dezember 2023 17:56
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