«Faul wie die Waschbären» – Nicht alle mögen den Corona-Clip

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Quelle: Twitter / Steffen Seibert

Die deutsche Bundesregierung hat ein Corona-Video veröffentlicht, das die Menschen zum Zuhausebleiben auffordern soll. Das Video geht viral – und scheint nicht allen zu gefallen.

Der neue Corona-Clip der deutschen Bundesregierung ist eine Heldengeschichte, wie sie Aristoteles die Freudentränen in die Augen treiben würde: Die Geschichte wird aus der Zukunft mit Rückblende in die heutige Zeit erzählt. Der Held in der Geschichte: ein Maschinenbau-Student, der vor der Kiste sitzt und Dosen-Cola trinkt. Und das Video geht viral: Mittlerweile wurde es auf Twitter über 8000 Mal geteilt.

Zu Hause bleiben und nichts tun

Rückblende. «Ich glaube, das war im Winter 2020, als die zweite Welle kam», sagt der Mann aus der Zukunft im Clip. Er sei damals gerade 22 geworden und habe Maschinenbau studiert. «In diesem Alter will man doch feiern», sagt er. Doch dann sei eine unsichtbare Gefahr gekommen. Und jetzt wird dieser Protagonist zum Helden: «Das Schicksal lag in unseren Händen. Also fassten wir all unseren Mut zusammen und taten, was von uns erwartet wurde: Wir taten nichts. Waren faul wie die Waschbären», sagt er. Und sein jüngeres Alter Ego liegt dabei auf dem Sofa und trinkt Dosen-Cola. Ein Held im Jahr 2020? Das Internet ist sich da gar nicht einig.

Von «geschmacklos» bis «gut gelungen»

«Geschmack- und respektlos den Menschen gegenüber, die im Homeoffice und Homeschooling mehr als 100 Prozent geben und für alle, die am Ende ihrer Kräfte im Einsatz für andere sind», kommentiert ein User unter das Video, das Regierungssprecher Steffen Seibert veröffentlicht hat. Ein anderer Nutzer spricht die Helden-Thematik an: «Ich verstehe die Absicht. Ich bin aufgrund der Kriegsrethorik maximal irritiert. Und minimal amused.»

Doch auch positive Stimmen sind unter dem Video zu finden: «Ich finde es sehr gelungen. Daumen hoch. Unser Anteil, den wir zur Pandemie leisten müssen, ist doch gar nicht so schwer», schreibt eine Userin.

Auch die deutsche Korrespondentin Birgit Schmeitzner hält das Video für gelungen: «Die Bundesregierung produziert ein #COVID19-Video, im englischsprachigen Ausland überschlagen sie sich, weil die Deutschen ja doch Humor zu haben scheinen. Und bei uns wird diskutiert, warum das Video auf diversen Ebenen daneben ist. Leute, lacht mal! Corona ist unlustig genug.»