Darum liebe ich das Szene Openair

Redaktorin Krisztina (r.) mit einer Kollegin am Szene-Openair 2017.
Redaktorin Krisztina (r.) mit einer Kollegin am Szene-Openair 2017.
© Krisztina Scherrer
Es ist die Musik, es sind die Leute, es ist die Location und der Truck mit dem chinesischen Essen. Für FM1Today-Redaktorin Krisztina Scherrer ist das Szene Openair in Lustenau seit ihrem «ersten Mal» 2013 ihr Liebstes. Eine Liebesgeschichte in sieben Akten.

1. Akt: Der Weg dorthin ?

Zu Fuss oder mit dem Velo - so einfach erreichen wir Rheintaler das Szene Openair in Lustenau. Das macht schon die Anreise entspannend. Ich fahre mit dem Velo vom Zuhause meiner Eltern in St.Margrethen zum Treffpunkt. Dieser ist immer derselbe, gleich beim Metallbau Meier warten meine Freunde aus der Schulzeit – mit Bier auf dem Gepäckträger. Den Weg nehmen wir natürlich gemütlich, plaudern und trinken das erste Bier. Bei der Habsburg in Widnau geht's über die Grenze zum «Lustnauer» Openair. Anstatt Autos, stehen gefühlt hunderte Velos vor dem Eingang.

2. Akt: Das Gelände?️

Beim Szene geht alles ein «bitzeli» einfacher. Lange Schlangen gibt es weder beim Eingang noch vor dem WC. Zwei grosse Bühnen und Festzelte, diverse Foodtrucks und einen grossen Bierstand: Das sehe ich, wenn ich mitten auf dem Gelände stehe und mich einmal um mich selbst drehe. Stehe ich vor der Bühne, brauche ich nur ein paar Schritte zu den Essenständen oder WCs.

3. Akt: Das Line-Up?

Von Metall, über Rock-Folk bis hin zu Hip-Hop - am Szene spielen die verschiedensten Bands für die verschiedensten Leute. Ich erinnere mich an die Headbanger am Suicide Silence Konzert und an die Bouncerinnen und Bouncer bei Yung Hurn. Und es gibt mindestens eine Band, die mich überrascht und danach in meiner Spotify-Playlist landet.

4. Akt: Die Emotionen ♥️

Beim Konzert von Bilderbuch eine Liebe gefunden, Alligatoah und Deichkind mit meinen Freunden abgefeiert und bei Jeremy Loops gemerkt, dass aus einer anderen Liebe wohl doch nichts wird. Für mich gibt es am Szene nicht nur gute Musik, nein, auch viele emotionale Erinnerungen verbinde ich mit dem Openair.

5. Akt: Die Leute?

Was für die Stadt St.Galler das OASG ist, ist für uns Rheintaler das Szene - gefühlt alle fünf Meter treffe ich jemanden, den ich kenne. Seien es alte Freunde aus der Berufsschule, Leute die ich von Vereinen kenne oder einfach solche, die jedes Jahr am Openair in Lustenau sind. Verliere ich meine Freunde im ganzen Trubel, ist das kein Problem, ich finde sie bestimmt vor der Bühne oder bei den Foodtrucks und zwar innert kürzester Zeit.

6. Akt: Der Weg zurück?

Gegen 1 Uhr spielt die letzte Band. Anschliessend schlendere ich mit meinen Freunden zum «Velostall» zurück. Auf dem Weg dorthin folgt der obligatorische Halt beim Chinesen. Die gebratenen Nudeln mit Gemüse essen wir im Stehen oder setzen uns auf die verstaubte Wiese. Auf dem Heimweg brauchen wir meist 10 bis 20 Minuten länger als auf dem Hinweg. Denn jedes Jahr schafft einer von uns die 90 Grad Kurve im Rheinvorland nicht und landet im Gebüsch. Beim Metallbau Meier verabschiede ich mich. Die letzten Meter zu mir nach Hause laufe ich mit dem Göppel in der Hand, schleiche in mein Zimmer und schlafe tief und fest.

7. Akt: Die Vorfreude?

AnnenMayKantereit, Von Wegen Lisbeth oder Faber gehören dieses Jahr definitiv zu meinen Favoriten. Aber wer weiss, vielleicht feiere ich dieses Jahr mit meinen Freunden zur Musik von Capital Bra oder verliebe mich während dem Konzert von Jugo Ürdens... Szene, bleib so wie du bist - denn so liebe ich dich.

Das Szene Openair in Lustenau findet vom 1. bis 3. August statt. Zu den Headlinern gehören unter anderem AnnenMayKantereit, Capital Bra und Foals. Als Special Guest werden Otto Waalkes und die Friesenjungs angepriesen.