Die schrägsten Wettkämpfe der Schweiz

Wer braucht schon einen Bob? Am Stoos rasen Badewannen jedes Jahr um die Wette.
© (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Jeder kann irgendwas besonders gut – auch wenn es nur Schnupftabak in die Nase stopfen ist. Dies wurde vergangenes Wochenende an der Schnupfmeisterschaft bewiesen. Sie ist jedoch längst nicht der einzig schräge Wettkampf der Schweiz.

Schnupfmeisterschaften

1. Die braune Masse auf die rechte Hand klopfen. 2. Einen Spruch, wie zum Beispiel «Mir sind fit und mir sind zwäg, so schnupfed mir uf jedem Weg», rausklepfen. 3. Hand zur Nase führen und tief einatmen. So läuft das an jedem Rheintaler oder Appenzeller Dorffest, denn dort wird meist geschnupft. An den Schnupfmeisterschaften wird das ganze aber ernst genommen. Die Teilnehmer schaufeln sich dort während einer Minute unermüdlich den Tabak in die Nase, denn wer am meisten hochziehen kann, gewinnt. Grosse Nasenlöcher sind also von Vorteil.

(Bild: AP Photo/Matthias Schrader, File)

Kuhrennen

Die Pferde rennen, die Olma-Säuli rennen – warum also sollten die Kühe auf der faulen Haut liegen? Jenseits unserer Landesgrenze könnte man das traditionelle Kuhrennen in Flumserberg für einen Scherz halten. Tatsächlich rennen die Kühe aber jedes Jahr im Oktober um die Wette. Das Spektakel wird jeweils vom Alpchäsmarkt auf der Alp Tannenboden umrahmt.

Badewannen-Rennen

Sie ist der Low-Budget-Bob: Die Badewanne. Mit der sausen die tollkühnen Schwyzer am Stoos durch den Schnee. Aber aufgepasst: Nicht nur die Schnelligkeit der Badewanne zählt, sondern auch deren Inhalt. Die Fahrer müssen nämlich auch noch ganz originell verkleidet sein, um einen Preis zu gewinnen. Kostüm, Badewanne und Schnee – klingt nach jeder Menge Spass.

(Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Eier rollen

Nicht nur der Präsident von Amerika tut es, auch die Schweizer lassen ihre Ostereier um die Wette rollen. Am Mont Vully beim Murtensee kugeln die farbigen Eier den Hügel herunter. Das Ei, welches am weitesten rollt und dabei nicht zerbricht (!), hat gewonnen. Schliesslich muss das Ei noch fürs Eiertütschen ganz sein.

(Bild: myswitzerland.com)

Winter Golf Cup

Als wäre es nicht schon schwierig genug die Golfbälle auf dem grünen Gras zu finden. In der Walliser Gemeinde Crans-Montana spielt man auch im Schnee Golf. Bleibt nur zu hoffen, dass die Golfer wenigstens farbige Golfbälle abschiessen dürfen.

Christbaum-Werfen

In Steffisburg (BE) wird der Christbaum nach Weihnachten nicht herzlos auf die Strasse gestellt, sondern darf sich auf eine Sportlerkarriere freuen. Jeden Januar werden die Christbäume auf dem Dorfplatz so weit wie möglich geworfen. Über 200 Personen nehmen regelmässig am Wettkampf teil. Eigentlich logisch, denn wann sonst darf man schon einen Christbaum in die Luft werfen und gewinnt dafür noch einen Preis?

(Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Papierflugi-Meisterschaft

Das Ding halbwegs korrekt falten, kann jedes Kind, aber das mit dem weit fliegen ist eine andere Sache. Oftmals landet der Papierflugi nicht wie gewünscht auf dem Kopf des Lehrers, sondern landet vor den eigenen Füssen. An der Papierflugi-Meisterschaften in Luzen treffen sich jedoch die echten Profis. Der Rekord im 2019 beträgt eine Flugweite von 28,69 Meter!

Einachserrennen

Dreck, Motoren und Hobby-werklen – das alles muss man lieben, um am Einachserrennen dabei zu sein. Auch hier zeigt sich der Schweizer von seiner ländlichen Seite. Ein Einachser ist ein landwirtschaftliches Gerät, welches man unter anderem zum Mähen braucht. Am Einachserrennen jedoch wird er auf möglichst kreative Weise in ein Rennauto verwandelt und dreht im Dreck ein paar Runden. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass es beim Einachserrennen nicht um den Sieg geht, sondern vor allem um den Spass.

(Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)

Meisterschaft im Chriesistei-Spucken

Spucken ohne 50 Stutz Busse bezahlen? Kannst du jedes Jahr an den Chriesistei-Spuck-Meisterschaften. Hier kannst du endlich beweisen, dass du die Kirschensteine wirklich weiter als dein Bruder spucken kannst. Das Ganze geht aber höchst professionell über die Bühne. Die Teilnehmer müssen sich verpflichten, sich an die Anweisungen des Spuckpersonals zu halten, sonst sind sie disqualifiziert. Auch für mögliche Chriesiflecken auf der Kleidung wird nicht gehaftet. Da hat sich das Spuckpersonal fein abgesichert.

(Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)
Sarah Lippuner