Flitzer-Touchdown, ewige Rekorde und ein brillanter Will Ferrell

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit / Twitter / AP

Der Super Bowl war eine einseitige Sache, zumindest auf sportlicher Seite. Trotzdem gab das Mega-Sportereignis einiges her – auch für Football-Uninteressierte. Eine Zusammenfassung.

Das Gute am Super Bowl: Das Finale der American Football-Saison bietet auch vieles für NFL-Dilettanten und Sportmuffel. Das TV-Ereignis ist so prall gefüllt mit Nebenschauplätzen, dass der Sport dann und wann sogar ein wenig untergeht.

Ausufernde Halbzeitshows, die vor Pathos triefende Nationalhymne, kontrastierende sexy Cheerleading-Einlagen, Kampfjets und minutenlange Werbespots – der Super Bowl gilt nicht umsonst als eines der grössten TV-Spektakel des Jahres.

Das war auch dieses Jahr nicht anders. Und da in der Regel ja sowieso immer der Gleiche gewinnt, kann man sich gut mal das Drumherum genauer anschauen.

Die Halbzeit-Show mit the Weeknd

Die Halbzeitshows der letzten Jahre waren umstritten. Maroon 5 floppte. Shakira und Jennifer Lopez waren zwar gut, aber irgendwie befremdlich und Justin Timberlakes Show wirkte trotz guter Performance irgendwie überladen und hektisch.

Und The Weeknd? Der kanadische Shootingstar hat geliefert. «Eine Mischung aus Serge Gnabry und Michael Jackson», titelt ran.de und trifft damit ins Schwarze. Das Intro seines Auftritts ist bombastisch inszeniert und führt auch als Internet-Video noch zu Gänsehaut.

Der Auftritt des Mannes, dessen Musik irgendwie gleichzeitig so klingt wie die Vergangenheit und die Zukunft, war gleichermassen stilsicher. Und das obwohl der Tontechniker offenbar nicht seinen besten Tag hatte. Dass der Auftritt coronabedingt nicht so wirken kann, wie die Party letztes Jahr, ist ebenfalls klar. Cineastisch trotzdem überzeugend. Aber seht selbst.

Shaggy und Will Ferrell

Super-Bowl-Werbungen gehören zu de teuersten, die man als Unternehmen schalten kann. Sie erzielen aber auch dementsprechend Reichweite und werden deswegen aufwendig produziert – nicht selten mit einem Top-Cast.

Und was die Amerikaner dieses Jahr bewiesen, ist vor allem: Humor. Und im Fall von General Motors und Will Ferrell durchaus die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen. Dieser Spot ist einfach genial.

Will Ferrell (53, «Anchorman», «Zoolander», «Stiefbrüder») weist den Zuschauer darauf hin, dass Norwegen mehr Elektroautos pro Kopf verkauft als die USA. «Norwegen», macht er sich über das skandinavische Land lustig – und boxt seinen Globus kaputt. Er werde sich dahin aufmachen, um diese Versager zu zerstören.

Ferrell trommelt seine Freunde zusammen, setzt per Frachtschiff nach Europa über, kotzt über die Reling und als er in «Norwegen» ankommt, ist er erstmal erstaunt über die Schönheit des Landes. Nur, dass er in Schweden gelandet ist. Eine lustige Anspielung auf das desolate Geografie-Verständnis der Amerikaner ausserhalb ihres eigenen Landes – er hätte genauso gut in der Schweiz landen können. Bitte mehr davon!

Spass macht auch der Clip des Star-Pärchens Mila Kunis (37) und Ashton Kutcher (43).

«Hast du wieder meine Cheetos geklaut?», fragt Ashton Kutcher seine Ehefrau. Hat sie natürlich – sie stammelt aber nur vor sich hin. Und aus irgendeinem Grund sitzt Pop-Star Shaggy auf dem Sessel und nur Kunis kann ihn sehen. In Anlehnung an seinen Nummer-1-Hit «It wasn't me» gibt er ihr den Tipp, es einfach zu leugnen.

Danach kommen wir in den Genuss, Ashton Kutcher eine Cheetos-Version des Lieds singen zu hören, bevor auch «Mr. Lover Lover» Shaggy selbst eine Neuinterpreation zum Besten gibt. Klasse! Und auch der Song könnte dadurch wieder einmal in die Charts gelangen.

Rekordmann Tom Brady

Wir wollten uns nicht allzu sehr auf den Sport konzentrieren, dennoch müssen wir uns schnell dem «Greatest of all time» (GOAT) des Footballs zuwenden. Tom Brady gewann mit seinem neuen Team seinen insgesamt siebten Super Bowl. Die Schüssel nur einmal zu gewinnen, ist ein gewaltiger Erfolg und Brady hat nun fast doppelt so viele gesammelt wie der Zweitbeste. Das wäre John Elway mit vier Siegen.

Mit seinen 43 Jahren ist Brady natürlich auch der älteste Super Bowl-Sieger. Der «Beste aller Zeiten» führt noch viele weitere Rekorde, die hier nicht alle Platz haben.

Der Flitzer-Touchdown

Die vielgelobte Offensive von Kansas versagte ausgerechnet im Finale und schaffte keinen einzigen Touchdown. Als das Spiel schon mehr oder weniger entschieden war, gab es aber doch noch einen – und zwar von einem Flitzer.

Dieser schien auch etwas Football-Erfahrung zu haben und kam mit seinem Lauf relativ weit, schaffte es sogar knapp in die Endzone, wo er von den Tacklings der Sicherheitsleute zu Fall gebracht wurde. Die TV-Kameras schwenkten sofort weg, in Zeiten von Smartphones ist das aber kein Hindernis mehr – zu sehen in unserem Highlight-Video oben.

Google-Feuerwerk

Feuerwerk ist immer Teil des Superbowls. Aber nicht nur nach dem Glitzer-Auftritt von The Weeknd gab es welches zu sehen – sondern auch bei Google. Bei der Suche nach «Super Bowl» feuert Google ein virtuelles Feuerwerk auf dem Bildschirm ab. Probiert's aus.