FCSG-Stürmer Schubert: «Das ganz grosse Geld kann warten»

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: FM1Today/TVO

Der neue, grosse Mann der St.Galler hat in der letzten Saison alles kurz- und kleingeschossen. 33 Tore in 28 Spielen sprechen für sich – beziehungsweise für ihn. Fabian Schubert, der Stürmer aus Kärnten. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

Fabian Schubert wagt mit seinen 26 Jahren erstmals einen Abstecher ins Ausland. Viele hätten bei seiner Torausbeute in der letzten Saison wohl einen Wechsel nach Deutschland erwartet, gelandet ist er nun ablösefrei in St.Gallen, wo er die Nummer 7 tragen wird. Wir haben ihn nach dem Mannschaftstraining getroffen.

Fabian Schubert, du hast nun schon einige Male mit der Mannschaft trainiert, wie ist dein Eindruck der Gruppe?
Die Mannschaft hat eine super Qualität. Wenn wir eine geschlossene, gute Mannschaftsleistung zeigen, können wir jeden Gegner in der Liga schlagen.

Und vom Verein?
Mega! Im Stadion mit 6000 Zuschauern gegen Athletic Bilbao, das war einfach mega, da drin zu spielen. Ich freue mich, wenn es dann mal richtig voll ist.

Kennt man den FC St.Gallen überhaupt in Linz, wo du vorher gekickt hast? Wie ist der Wechsel zustande gekommen?
Ich wollte den nächsten Schritt machen und nicht wieder einen überspringen, wie ich es schon einmal als 19-Jähriger gemacht habe. Damals bin ich von der vierten Liga in die 1. Bundesliga in Österreich gewechselt. Deswegen habe ich mir jetzt gesagt: Ok, das ganz grosse Geld kann noch warten. Hier stimmt die Sympathie und die Gespräche mit dem Sportdirektor und dem Trainer haben mich überzeugt.

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Der FC St.Gallen hatte im Sturm ein paar Probleme letzte Saison, hat man dir hier vielleicht auch viele Einsatzminuten in Aussicht gestellt?
Nein. Ich denke, es gibt hier für keinen Spieler eine Stammplatzgarantie. Das liegt immer am Spieler selbst. Ich bin Stürmer, mein Job ist es, Tore zu schiessen. Ich versuche, mich im Training und bei meinen Einsätzen für weitere Minuten zu empfehlen. Aber am Samstag entscheidet natürlich der Trainer.

Die Fans haben sicher grosse Hoffnung in dich – du bist aber auch eine Wundertüte. Deine Tore hast du in der zweiten österreichischen Bundesliga geschossen. Nun dürfte das Niveau höher sein. Wie ordnest du das selbst ein?
Ich hatte ja auch in der 1. Bundesliga kürzere Einsätze und konnte dort zeigen, was ich kann (SV Ried, Sturm Graz, TSV Hartberg, insgesamt 31 Spiele, 2 Tore, 1 Vorlage). Als junger Spieler ist es aber natürlich schwierig, sich zu empfehlen, wenn man immer nur für 15 Minuten reinkommt. Nach den zwei Jahren bei Linz bin ich nun aber ein komplett anderer Spieler. Ich weiss, was ich kann. Und das will ich hier jetzt auch zeigen.

Wie hast du dich bei Linz weiterentwickelt?
Sicher von der Physis her und auch von der Psyche. Ich habe vielleicht vorher nicht so sehr an meine Stärken geglaubt. Ich komme mit einem grossen Selbstvertrauen her. So eine Saison wie meine letzte spielt man nicht alle Tage. Für mich gilt es jetzt einfach, das in der Schweizer Liga zu beweisen.

Wenn du dein eigenes Spiel betrachtest – was bringst du mit zum FC St.Gallen?
Ich bringe die Präsenz im Sechzehner und eine grosse Abschlussqualität. Ich habe aber auch den Blick für den freien Mann, kann auch die einleitenden Pässe und Vorlagen spielen. Und mit meiner Grösse kann ich das Spiel variabler machen. So sind wir für Gegner schwerer auszurechnen.

Gibt es noch etwas, das du verbessern möchtest?
Als Spieler kann man sich in allen Belangen immer weiter verbessern. Man ist nie fertig mit etwas. Ich will auch hier besser werden, so dass ich dann vielleicht den nächsten Schritt auch noch machen kann.

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Quelle: FM1Today/TVO

Dein Trainer Peter Zeidler hat mal gesagt, er mag es, wenn seine Spieler lesen. Was liegt bei dir für ein Buch auf dem Nachttisch?
Ich bin jetzt nicht so der Lesefuchs, da bin ich ehrlich. Ich bin eher zu Hause mit meiner Frau, schaue fern und geh zeitig ins Bett.

Am Samstag geht die neue Saison mit dem Auswärtsspiel gegen Lausanne-Sport los. Wie war die Vorbereitung?
Gut. Es ist für mich eine neue Mannschaft, ich muss erst noch richtig rein finden. Gegen Bilbao hat man schon gesehen, dass ich mich halbwegs wohlfühle. Aber ich bin natürlich noch nicht fertig mit der Integration, muss zum Beispiel die Laufwege der Spieler lernen. Das braucht sicher noch Zeit und die gebe ich mir und der Mannschaft auch.

veröffentlicht: 23. Juli 2021 05:50
aktualisiert: 23. Juli 2021 05:50