Die Statistik spricht gegen einen Sieg – die aktuelle Form dafür

Auch im Tessin will der FC St.Gallen feiern. So wie hier in der Westschweiz in Genf.
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Zu Hause gegen den FC Lugano startete Mitte August das Hoch des FC St.Gallen. Nun müssen die Espen auswärts antraben. Die Statistik spricht nicht für den FCSG. Doch das Selbstvertrauen und die Form sind deutlich besser als jene der Tessiner.

Von wegen Herbstblues: Der FC St.Gallen verspürt aktuell Frühlingsgefühle. Seit Mitte August hat das Team rund um Cheftrainer Peter Zeidler in der Meisterschaft kein Spiel mehr verloren.

Das entscheidende Spiel war jenes vom 25. August im Kybunpark gegen Lugano. Nach dem bitteren Cup-Aus gegen den unterklassierten FC Winterthur ballerte sich die junge FCSG-Mannschaft den Frust von der Seele.

Obwohl, ballern ist ein wenig übertrieben. Viel mehr zeigte die Mannschaft Moral und Kampfgeist. Der FC St.Gallen drehte das Spiel gegen Lugano und gewann schliesslich vor 10'500 Zuschauern mit 3:2.

Statistik versus Form

«In der Vorbereitung hilft es, wenn man weiss, dass man gegen diese Mannschaft das letzte Mal gut gespielt hat», sagt Peter Zeidler am Freitag zu FM1Today. Der Match sei in der Vorbereitung auf das Spiel nochmals thematisiert worden. «In diesem Fall habe ich der Mannschaft aber keine Bilder vom Spiel gezeigt.»

Düsterer sieht die Auswärtsstatistik des FCSG gegen den FC Lugano aus. In den letzten vier Jahren konnte der FCSG im Stadion Cornaredo nur gerade zweimal gewinnen. Sechsmal haben die Espen verloren.

«Ich kenne die Statistik nicht genau. Aber wir wissen, dass wir im Tessin nicht immer gut ausgesehen haben. Wir waren teilweise auch taktisch unterlegen», sagt Zeidler. Dennoch traut der 57-jährige Deutsche seiner Mannschaft in der aktuellen Form viel zu.

Ständiger Erziehungsprozess

Der FC St.Gallen macht sportlich nicht nur dem Trainer Freude, sondern auch den Fans, Sponsoren und Fussballexperten. Das Selbstvertrauen der jungen Mannschaft ist gross. Genauso wie die Gefahr, abzuheben.

Dies hören die Verantwortlichen nicht gerne, man winkt vehement ab: «Wir bleiben auf dem Boden», heisst es immer wieder.

Und doch gibt Peter Zeidler zu, dass es unter anderem die Aufgabe des Trainerstabes sei, «feine Antennen» zu haben. Man müsse vor allem auch individuell mit den jungen Spielern arbeiten. Dass zurzeit einer abhebt, glaub Zeidler nicht: «Aber es bleibt immer ein gewisser Erziehungsprozess, auch in den Verhaltensweisen, zu leisten.»

Hitz bald in Grün-Weiss?

Ein Routinier könnte schon bald zurück in St.Gallen sein. Die Gerüchteküche heizt der «Blick» an. Die Boulevard-Zeitung schreibt, dass Marwin Hitz seinen Karriere-Herbst in St.Gallen verbringen könnte. Der Bundesliga-Goalie hat noch bis 2021 einen Vertrag bei Borussia Dortmund.

Aktuell baut der gebürtige Thurgauer ein Haus in der Nähe des Kybunparks. Aber ähnlich wie bei der sportlichen Leistung zeigt man sich beim FCSG auch in personellen Belangen zurückhaltend.

Zum Artikel des «Blick» sagt Sportchef Alain Sutter: «Ich beschäftige mich nur mit realistischen Szenarien. Im Moment ist Hitz kein Thema. Wir haben drei gute Goalies. Aber wer weiss, was die Zukunft bringen wird.»