Der FCSG hat bei Sion etwas gutzumachen

Nuhu könnte die St.Galler Abwehr stabilisieren.
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Nur ein Punkt aus vier Spielen ist deutlich zu wenig für den FC St.Gallen. Zu der mageren Punkteausbeute gesellen sich nun immer häufiger ungewohnt viele Gegentore. Um die Abwehr zu stabilisieren, muss Trainer Peter Zeidler vielleicht ein Experiment wagen.

Er bereitete den Fans des FCSG nach dem letzten Spiel Albträume: Anto Grgic beendete die St.Galler Siegesserie gegen Sion. Nach sechs Siegen am Stück versenkte der bullige Mittelstürmer die Espen im Alleingang. Er erzielte alle drei Tore für die Walliser, ein weiterer Treffer wurde aberkannt.

Insgesamt hat der 24-Jährige in dieser Saison sieben Treffer erzielt. Grgic steht damit – zusammen mit einigen anderen – auf dem guten vierten Platz in der Torschützenliste der Super League. Dazu hat er auch noch drei Treffer aufgelegt.

St.Galler Effizienz

Bester Torschütze der St.Galler in dieser Saison ist Kwadwo Duah mit fünf Treffern. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Allerdings bräuchte es auch beim St.Galler Stürmer nur eine Leistungsexplosion in einem Spiel à la Grgic und auf einmal müsste man von einer tollen Torquote reden.

Das Problem des FCSG, das betonte auch Peter Zeidler auf der Medienkoferenz vor dem Servette-Spiel, ist jedoch eher die Defensive: «Vielleicht wurde zu viel davon gesprochen, dass wir zu wenig Tore schiessen. In den letzten zwei Spielen haben wir aber auch sechs reingelassen – das sind vier oder fünf zu viel.»

Im Spiel gegen Servette kamen noch einmal zwei dazu. Um die aktuelle Punkteflaute umzudrehen, muss sich der FCSG also wieder auf seine Stärke besinnen: Die Effizienz. Jeder Sieg in der Liga gelang St.Gallen nur mit einem Tor Unterschied. Eine Ausnahme: Ein 2:0 gegen Vaduz am 20. Januar.

Was macht Zeidler hinten?

Die Punkteausbeute pro Tor ist für den FC St.Gallen klar besser als bei Sion. Die Espen haben drei Treffer weniger erzielt als die Walliser und dennoch vier Punkte mehr auf dem Konto. Freilich wackelt auch dieser Vergleich, wenn dem FC Sion nochmal ein Sieg gegen St.Gallen gelingt.

Dies zu verhindern, dürfte FCSG-Trainer Zeidler ins Grübeln bringen. «Auf gewissen Positionen reicht schlicht die Qualität nicht aus, so etwa in der linken Verteidigung, wo sich die Muheim-Lückenbüsser Boubacar Traoré (23) und Euclides Cabral (22) in Sachen Ungeschicktheit im Defensivverhalten gegenseitig übertrumpfen», schreibt Sportjournalist Dominic Ledergerber in seiner Spitzguuge.

Als Gegenmassnahme möglich scheint das Startelf-Comeback von Musa Nuhu. Der riesige Innenverteidiger durfte gegen Servette die letzte halbe Stunde ran – danach fielen auch keine Gegentreffer mehr. Auch im letzten Spiel gegen Sion wurde er bereits eingewechselt.

Dafür könnte vielleicht Leonidas Stergiou als Aussenverteidiger auflaufen. Das Tempo dazu bringt er mit – und Nuhu im Gegenzug scheint mit seinen 195 Zentimetern Körpergrösse der richtige Gegenspieler für den kräftigen Grgic zu sein.

Wie sich Peter Zeidler entscheidet, zeigt sich im zweiten Duell Sion gegen St. Gallen innerhalb von zehn Tagen – am Samstagabend um 20:30 Uhr bei uns im Liveticker.