«Das Personal muss etwas fürs Trinkgeld tun»

Beim Thema, ob und wie viel Trinkgeld man geben soll, gehen die Meinungen auseinander.
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Zehn Prozent aufrunden oder gar nichts geben? Muss ein guter Service mit Trinkgeld belohnt werden? Ein Thema, bei dem die Meinungen auseinander gehen. Ein Verkaufsexperte findet, dass das Personal selber etwas fürs Trinkgeld tun müsse.

Ist es okay, kein Trinkgeld zu geben? Mit dieser Frage haben sich die FM1-Wachmacher am Montag beschäftigt und die Antworten der Hörer kamen prompt. «Es ist eine Sauerei, kein Trinkgeld zu geben», findet FM1-Hörerin Sandra aus Hundwil. Sie arbeite selbst im Service und wisse darum, wie wichtig Trinkgeld sei. «Wir arbeiten für einen Hungerlohn und sind auf das Extrageld angewiesen. Wir bekommen weder Nacht- noch Wochenendzulagen, trotzdem bedienen wir Tag für Tag die Gäste und haben immer ein offenes Ohr.» Wie Sandra sagt, lebt der Service vom Trinkgeld.

«Verstehe Extra-Belohnung nicht»

Anderer Meinung ist FM1-Hörer Roman aus Nesslau. Er versteht nicht, warum man dem Servicepersonal Trinkgeld geben sollte. «Wenn ein Lastwagenfahrer einem Kunden eine Mulde auf den Platz stellt, oder ein Coiffeur eine schöne Frisur schneidet, bekommt er auch kein Trinkgeld. Ich verstehe nicht, warum man gerade das Servicepersonal extra belohnen sollte. Sie bekommen ihren Lohn wie jeder andere auch.»

Personal muss sich etwas einfallen lassen

FM1-Hörer Marc aus Abtwil ist Experte in diesem Bereich. Er gibt regelmässig Verkaufstrainings für Serviceangestellte. Laut ihm muss sich das Personal selbst etwas einfallen lassen, um Trinkgeld zu bekommen. «Wenn ein Angestellter mehr verkauft und mehr Umsatz macht, kann er oft auch mehr Trinkgeld einstreichen. Somit sollte er auch selbst etwas dafür tun.» Dafür gebe es ganz einfache Tricks.

So gibt es mehr Trinkgeld

«Was hätten Sie gerne zu trinken? Oder was darf es sein?», sind für Marc aus Abtwil zu einfache Fragen, die nicht zu höherem Umsatz führen. «Man sollte direkt mit einem konkreten Angebot starten oder zumindest vom Angebot erzählen.» Zum Beispiel: «Unsere Frappés sind besonders beliebt.» Oder: «Kann ich Ihnen einen hausgemachten Eistee anbieten?» Ähnlich funktioniere dies beim Dessert. Bei der Frage «Hätten Sie gerne einen Dessert?» könne der Gast ganz einfach «Nein» sagen. «Viel besser ist es, von der Toblerone-Mousse zu erzählen, die der Chef am Morgen frisch zubereitet hat.»

Deine Meinung zum Trinkgeld

Konsumiere der Gast im Restaurant mehr, fühle er sich kompetent beraten und gebe auch lieber Trinkgeld, sagt FM1-Hörer und Verkaufsexperte Marc aus Abtwil. Welche Meinung hast du zu dem Thema?