Saint City Orchestra verbreitet «Chaos»

Von Stefanie Rohner
Akkordeonist Gabriel und Bassist Jérome an der Plattentaufe.
Akkordeonist Gabriel und Bassist Jérome an der Plattentaufe.© FM1Today/Stefanie Rohner
Laut, fetzig und mit viel Liebe zur Musik hat das Saint City Orchestra sein erstes Album an einem intimen Konzert im Tonstudio präsentiert – mit Erfolg.

Die ersten Takte erklingen und der Einstieg ist so rasant und mitreissend wie beim Saint City Orchestra üblich. Kein Fuss bleibt mehr auf dem Boden, es wird getanzt und lauthals gepfiffen.

Rasant, schnell, laut

Fast könnte man meinen, man sei in Irland gelandet. Im Tonstudio «Little Big Beat Studios» in Eschen herrscht eine intime Atmosphäre, als das Saint City Orchestra sein brandneues Album «Chaos» zum ersten Mal live präsentiert.

Und doch ist man eben nur fast in Irland. Die Songs sind rasanter, schneller und lauter, als man es von der irischen Musik in den Pubs gewohnt ist. «Wir haben in unserer Musik sicher die Einflüsse der Dropkick Murphys, Flogging Molly und Mumford and Sons», sagt Bassist Jérome Graf.

Nervöser als vor 6000 Menschen

Die St.Galler Band hat aber ihren ganz eigenen Stil. Mit viel Herzblut und Einsatz stehen die Musiker auf der Bühne und stellen die Verbindung zum Publikum her.

«Wir haben ja auch schon vor 6000 Menschen gespielt, aber hier sind wir viel nervöser. Immerhin spielen wir vor unseren Freunden und der Familie», sagt Sänger Sandro Schmid während des Gigs. Seine Stimme flattert etwas und doch strahlt er vor Freude.

Die Anspannung fällt ab

Sandro Schmid, Mäsi Eigenmann, Jérome Graf und Gabriel Eschenmoser haben sich auf den Tag gefreut, an dem sie ihr erstes Album endlich vorstellen durften. «Es war eine intensive Zeit. Innerhalb einer Woche haben wir es aufgenommen und die Zeit, es einzuspielen, war eng bemessen. Deswegen fällt nun die Anspannung von uns ab», sagt Akkordeonist Gabriel Eschenmoser.

Hommage an St.Gallen

Schnell geht sie vorbei, diese rasante Reise durch das erste Album des Saint City Orchestra. Eine Hommage an St.Gallen darf darauf natürlich nicht fehlen. «Saint City My Pride» ist ein Song, den die Band allein der Gallusstadt widmet.

«Wir lieben St.Gallen», sagt Samuel und auch Jérome und Gabriel sagen: «Jeder von uns hat eine Verbindung zur Stadt, es ist unsere Heimat und lässt uns nie im Stich.»

Nicht das Ende

Das Publikum lässt die Band aber auch nicht im Stich – nach jedem Song wird es laut, die Gäste haben ein zufriedenes Lächeln im Gesicht – und ganz bestimmt wollen sie nicht, dass der Abend zu Ende geht.

«That’s Not The End», kündigt Samuel als letzten Song an – und es ist wirklich nicht ganz der Schluss, schliesslich gehören Zugaben dazu, die das Publikum nahezu verschlingen.

«Das erste Mal habe ich sie am Irish Openair im Toggenburg erlebt und seither vier Mal gesehen. Das Album ist mega toll geworden», sagt Nadin Hoch aus Triesenberg.

Noch besser geworden

Nach dem Konzert ist die Stimmung gelöst und entspannt. «Ich fand es sehr schön. Die Stimmung war familiär, die Band authentisch – man merkt ihnen an, dass sie Freude an dem haben, was sie machen. Ich werde sicher wieder mal an ein Konzert von ihnen gehen», sagt Chiara Jäggi aus Uzwil.

Patrick ist sogar extra aus Luzern angereist, um die Band zu sehen. «Man merkt, wie sie sich weiterentwickelt haben. Die Stimmung war genial. Mit dem neuen Album sind sie noch besser geworden, als sie schon waren», sagt er.

«Grandiose Show – wie immer», sagt Yves aus St.Gallen und auch Thomas ist dieser Meinung: «Es war authentisch, ehrlich und das Album hat einige Ohrwürmer.»

Chaotisch durch das Leben

Das Saint City Orchestra darf stolz sein. Die Musiker haben Plattentaufe mit Bravour gemeistert. «Ich glaube, ich war noch nie so nervös wie heute», sagt Jérome und Gabriel fügt an: «Es ist schon speziell, die Songs das erste Mal live zu spielen, statt immer nur im Studio.»

Das Album «Chaos» dürfte für viele so sein, wie für die Band: Chaotisch durch das Leben gehen, mit allem drum und dran – damit klarzukommen und doch happy und sich selbst zu sein.

Die Glücklichen, die für die grosse Release-Show in der Grabenhalle am Samstag ein Ticket haben, können sich gleich selbst überzeugen.