Weniger Bussen wegen Corona: Polizei fehlt über eine Million Franken

Die Kantonspolizei Thurgau hat im Jahr 2020 1,5 Millionen Franken weniger an Bussgeldern eingenommen.
© Tagblatt / Ralph Ribi
Wegen Corona waren im letzten Jahr deutlich weniger Autofahrer unterwegs, ergo wurde auch weniger geblitzt. Im Kanton Thurgau riss das ein gewaltiges Loch in die Bussenkasse der Polizei.

Während zwei Corona-Wellen übers Land rollten, blieb es vergangenes Jahr auf den Thurgauer Strassen aussergewöhnlich ruhig. Die Aufforderung «Bleiben Sie zu Hause» und die Homeoffice-Empfehlung zeigten ihre Wirkung und so blitzten auch die Radaranlagen deutlich weniger als sonst. In der Bussenkasse der Polizei klafft nun ein grosses Loch.

Fettes Minus wegen der Corona-Pandemie

Die Kantonspolizei Thurgau nahm letztes Jahr über eine Million Franken weniger Bussgeld ein als budgetiert, wie die Thurgauer Zeitung berichtet. In ihrem Geschäftsbericht schreibt die Polizei: «Die budgetierten Einnahmen von 10 Millionen Franken bei den Ordnungsbussen wurden um 1,48 Millionen verpasst.» Das Defizit begründet die Polizei hauptsächlich mit der Corona-Pandemie. «Zudem haben personelle Ausfälle im für die Messungen zuständigen Dienst sowie der Ausfall einer semistationären Geschwindigkeitsmessanlage zum Rückgang der Einnahmen geführt», heisst es weiter.

90'000 automatisch erfasste Übertretungen

Insgesamt wurden 26 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr erfasst, deren Lenker mit einer Ordnungsbusse bestraft wurden. Dennoch waren es mehr als 90'000 automatisch registrierte Übertretungen. Nach unten zeigt die Kurve auch bei den schweren Geschwindigkeitsübertretungen, welche keine Busse, sondern eine Anzeige zur Folge haben.

veröffentlicht: 19. April 2021 12:06
aktualisiert: 19. April 2021 12:06