Romanshorner Wakesurfer gehören zur Weltspitze

Ein junges Paar aus Romanshorn hat an der Wakesurf-Weltmeisterschaft in den USA teilgenommen und beweist: Es kann mit den ganz Grossen mithalten. Auch wenn sie hart trainiert haben, kommt der Erfolg für beide überraschend.

Rachy Seger und Mike Kunz sind auf gleicher Wellenlänge: Das Paar aus Romanshorn geht gemeinsam durchs Leben und teilt die Leidenschaft fürs Wakesurfen. Die beiden betreiben den in Europa noch eher unbekannten Sport seit fünf Jahren. Hartes Training während der ganzen Saison, sowie diverse Reisen an zahlreiche Wettkämpfe zahlten sich aus. Das Paar konnte an der Weltmeisterschaft beweisen, dass es mit der Weltspitze mithalten kann.

«Wollte nicht Letzte werden»

An der Weltmeisterschaft in Salt Lake City Anfang September holte sich Mike Kunz in der Kategorie «Surfstyle» den dritten – und im «Skim Style» den vierten Platz. Rachy Seger schafft es in der Kategorie «Surfstyle» auf Platz vier. «Für uns war es schon ein riesiges Highlight, dass wir überhaupt eine Einladung an die Weltmeisterschaft bekommen haben», sagt die 27-Jährige. «Alles was danach kam, war die Kirsche auf der Torte. Wir hätten nie damit gerechnet, dass wir es soweit nach vorne schaffen. Mein Ziel war es eigentlich, einfach nicht Letzte zu werden.» Die Freude ist jetzt entsprechend gross.

Eine kleine, lockere Szene

Wakesurfen ist im Grunde nichts anderes als hinter einem Boot her zu surfen. Auch die Stimmung an der Weltmeisterschaft erinnert an den «Surf Lifestyle», hauptsache locker und fröhlich. «Es ist eine kleine Szene und man unterstützt sich gegenseitig», sagt Rachy Seger. «Ich schätze die offene und einfache Kultur. Es kann passieren, dass man abends mit dem weltbesten Wakesurfer zusammensitzt und plaudert.»

Schweizer sind Exoten

Wegen des Winters hierzulande geht die Trainingssaison für die beiden nur von Ende März bis Mitte November. Die Top-Spitze der Welt hingegen trainiert das ganze Jahr über bei warmen Temperaturen und flachem Wasser. «Gerade, weil mein Freund Mike richtig gut ist, kommen die anderen Wakesurfer oft ins Staunen, wenn wir von unserem Training auf dem Bodensee erzählen», sagt Rachy Seger. «Eigentlich würde sich der Zugersee besser fürs Training eignen. Dort sind weniger Boote unterwegs und es ist nicht so windig.» Ihre Liebe zum Bodensee bleibe aber unbestritten.

Beziehung und Sport

Dass das Paar die Leidenschaft fürs Wakesurfen teilt, sei nicht nur sehr schön, sondern auch praktisch, sagt die gebürtige Uzwilerin. «Da Mike besser ist als ich, kann ich viel von ihm lernen und profitieren.» Aber auch sonst sei die gemeinsame Leidenschaft ein Glücksfall. «Wir können uns zum Beispiel gegenseitig mit dem Boot ziehen und haben automatisch Verständnis für das zeitintensive Hobby des Partners.»

Ein teures Hobby

Mike Kunz wird für die nächste Saison in die Pro Klasse wechseln, Rachy Seger bleibt vorerst bei den Semi-Pros. Solange die beiden Vollzeit arbeiten, liegt ein intensives Training nur bedingt drin. «Wir müssen soviel arbeiten, sonst können wir den Sport gar nicht finanzieren. Boot, Benzin, Reisen – das alles kostet viel Geld.» Das Arbeitspensum zu reduzieren, käme nur mit Sponsoren in Frage.

Mit Vollgas in die nächste Saison

Eine Zusammenarbeit mit Sponsoren gehöre auch zu den Zielen für die Saison 2020. Ausserdem wollen die beiden eine professionelle Coaching-Schule fürs Wakesurfen aufbauen und sich wieder für die Weltmeisterschaft qualifizieren. «Unser Traum ist es, dran zu bleiben und uns zu verbessern. So, dass es nächstes Mal vielleicht bei beiden für einen Podestplatz reicht.» Bleibt zu hoffen, dass das Paar weiterhin auf der Erfolgswelle reitet.