Festival-Präsident: «Impfen ist der einzige Weg für Grossveranstaltungen»

Cyrill Stadler beim Summerdays-Gelände im Jahr 2017.
© Tagblatt
Mit dem Summerdays Festival findet am Wochenende das einzige grössere Festival in unserer Region im normalen Rahmen statt. Das bringt gewisse Herausforderungen – doch die Freude überwiegt. Ein Interview mit Festivalchef Cyrill Stadler.

Letztes Jahr blieb es am Bodenseeufer aus musikalischer Sicht verhältnismässig still. Das Summerdays Festival in Arbon musste coronabedingt pausieren, dieses Jahr findet es wieder statt – und laut Wetterbericht liegen sogar richtige «Summerdays» drin.

Cyrill Stadler, sind sie vor dieser speziellen Ausgabe nervöser als sonst?

Nein, das nicht. Ich bin erleichtert, dass wir das Festival durchführen können. Die Freude ist riesig.

Das war lange nicht klar, der definitive Entscheid fiel erst im Juni.

Die Vorbereitung für das Festival dauert im Normallfall etwa acht Monate. Klar konnten wir auf vieles zurückgreifen, was schon für die Ausgabe 2020 vorbereitet war. Aber wenn man bis zwei Monate vorher mit einer Absage rechnet, gibt es vieles zu tun. Wir konnten darum auch nicht alles so genau vorbereiten, wie wir es gerne würden. Auch der Druck auf die einzelnen Verantwortlichen ist entsprechend grösser.

Inwiefern hilft Ihnen hier die Erfahrung der letzten zwölf Ausgaben?

Das Summerdays findet seit 2009 in Arbon statt. Das sind eingespielte Prozesse, zum Beispiel mit der Stadt und mit den Anwohnern.

Trotzdem gibt es durchaus Neuerungen, etwa die Zertifikatspflicht oder die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Einfacher wird es nicht gerade.

Ganz wichtig ist, dass möglichst viele Besucher das Zertifikat bereits mitbringen und sich nicht vor Ort noch testen lassen müssen. Dann wird der Einlass reibungslos und zügig klappen. Auch eine ID müssen die Besucher zwingend mitbringen.

Trotz der speziellen Ausgangslage sind viele Tickets bereits verkauft, für den Samstag gibt es gar keine mehr.

Das stimmt, aber hier spielen die Ticketverkäufe von 2019 eine grosse Rolle. Ich bin nicht überzeugt, dass wir mit einem Verkauf ab Juni 2021 so viele Tickets losgeworden wären. Das wäre wohl gar nicht möglich gewesen. Für den Freitag gibt es auch noch Tickets, dank des schönen angesagten Wetters hoffen wir auf Kurzentschlossene.

Immer öfter wird über niederschwellige Impfangebote gesprochen. Wird es so etwas am Summerdays geben – vielleicht in Kombination mit dem Testen?

Nein, das wird es nicht geben, finde ich aber schade. Meiner Ansicht nach sind Impfungen gegen das Coronavirus momentan das einzige Mittel, um solche Grossveranstaltungen wieder zu ermöglichen. Das möchten wir als Festivalveranstalter natürlich unterstützen. Bei dieser Ausgabe des Summerdays Festivals konnten wir das jedoch so nicht umsetzen.

Immer wieder machen Sie darauf aufmerksam, dass es am Festival weitere Helfer braucht. Sind sie unterbesetzt?

Auf einzelnen Positionen fehlen uns noch Helfer – vor allem beim Bändeltausch. Normalerweise nehmen wir bereits im Januar mit den bisherigen Helfern Kontakt auf. Heuer ist das erst im Juni passiert und entsprechend kurzfristig sind auch die Rückmeldungen. Jetzt füllen sich die Plätze aber langsam.

Auf was freuen Sie sich am meisten?

Einfach mal wieder unter Leuten zu sein, Bässe zu spüren, die Freude der Leute, alles was wir jetzt zwei Jahre lang nicht mehr hatten.

Es gibt aber sicher auch eine Band, auf die sie sich besonders freuen.

Ich freue mich auf den Abschluss am Samstagabend mit Hecht und danach Patent Ochsner, die ich seit der Jugend höre. Diese beiden nacheinander, das ist eine Schweizer Präsenz, die wir so noch nie hatten am Summerdays.

veröffentlicht: 31. August 2021 06:34
aktualisiert: 31. August 2021 08:26