Wenn die Rhema ein Mensch wäre

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Wäre die Rheintalmesse Rhema ein Mensch, so würden wir Rheintaler ihn zum König ernennen. Warum? Er wäre einer von uns. Än ächta Rhintaler halt.

Kaum steht der Liegestuhl auf dem Sitzplatz, hängt das Frühlingsjäckli locker um die Hüfte und kitzeln die Pollen in der Nase, beschäftigt das Rheintal eine grossen Frage: «Wenn gosch ad Rhema?» Am Freitag startet in Altstätten das Auftaktwochenende der Rheintalmesse. Selbst Exil-Rheintalerinnen wie ich kommen in diesen Tagen zurück nach Altstätten, um... Ja, warum eigentlich? Es hat wohl etwas mit Identifikation zu tun.

Ein ziemlich cooler «Rhema-Dude»

Wäre die Rhema ein Mensch, so wäre er durch und durch ein Rheintaler. Er würde gehasst, belächelt, aber auch innig geliebt. Ich zumindest bin mir sicher, er wäre ein ziemlich cooler Dude (solange er noch einigermassen nüchtern ist). «Der Rhema-Dude» löst Frühlingsgefühle aus, lässt sich nur einmal im Jahr blicken und sorgt dafür, dass du nach seiner Abreise eine Woche Ferien brauchst.

Ein schlichtes Gemüt

Ohne es böse zu meinen: Der «Rhema-Dude» ist ziemlich einfach gestrickt. Er hat gute Laune, solange er bei schönem Wetter sein «Sonnenbräu»-Bier trinken kann. Vielleicht ist er auch mal «crazy» und entscheidet sich für ein Gläsli Weisswein. Beides gerne schon tagsüber, weil Nachmittags-Rüschli die besten sind. Veränderungen mag der «Rhema-Dude» nicht so gerne. Stellt man sein Territorium um, dann bitte nur so, dass er nach dem Ausgang den Weg zum Schnitzelbrot-Stand noch findet.

Klein aber fein

Der «Rhema-Dude» ist ein Gesellschaftsmensch, hat es gerne feuchtfröhlich – und hält sich gerne an Orten auf, an denen er jeden kennt. Er mag es, mit einem «Hopp» links und rechts Freunde zu grüssen, die er schon lange nicht mehr gesehen hat und braucht für eine gute Party überhaupt kein Grossstadtfeeling. Er geniesst es sogar, wenn alles beschaulich bleibt und es beim Nachhausetorkeln nach frisch gemähtem Gras riecht.

Auch mit Städtern kommt er klar

Dass er von den Städtern gerne mal belächelt wird, weil er eben zu Volksmusik schunkelt und einige schlechte Schnupfsprüche auf Lager hat, ist dem «Rhema-Dude» ziemlich egal. Kaum hat er einen gewissen Alkoholpegel, reicht er ihnen versöhnlich die Hand und zieht sie zu sich auf den Festbank hoch, lässt sie an seiner Zigi ziehen, oder er bietet ihnen einen halb ausgeleerten Appenzeller von der letzten Runde an. Sowieso schlüpft der «Rhema-Dude» öfters mal in die Spendierhose, ganz nach dem Motto «omol isch komol».

Hoffentlich bis nächstes Jahr

Ja, wäre die Rhema ein Mensch, so würde ich definitiv mit ihm feiern gehen. Wir würden nach der Party zusammen an der Bushaltestelle stehen und uns das Schnitzelbrot oder den «Zackzack» teilen. Oder beides. Ich würde mir bereits meinen grauenvollen Kater vom nächsten Morgen ausmalen können und trotzdem würde ich denken: «Schade musst du schon gehen. Zum Glück sehen wir uns nächstes Jahr wieder.»