Verheerender Brand in Oberriet jährt sich

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Quelle: TVO

Vor einem Jahr stand das Dorf Oberriet unter Schock: In der gleichen Nacht wie die Oberrieter Chilbi brannte das Restaurant «Sonne» ab. In den Flammen starben zwei Menschen. Noch immer sucht die Polizei nach dem Brandstifter.

In Oberriet strömten dieses Wochenende alle an die Chilbi, um Kürbissuppe zu essen, Autoscooter zu fahren und im Sarasani-Zelt lauthals «sierra madre del sur» zu trällern. Der Anlass ist das absolute Herbst-Highlight im Rheintaler Dorf und auch dieses Jahr konnte fast nichts die Stimmung trüben. Nur fast, denn immer wieder hörte man unter den Chilbi-Besuchern die Frage: «Weisch no, letscht Johr?»

Feuerwehrmänner rannten aus dem Zelt

Genau vor einem Jahr, in der Nacht auf den 7. Oktober 2018, brannte das Traditionsrestaurant «Sonne» in Oberriet ab. Einige Feuerwehrleute waren gerade an der Chilbi, als ihr Pager piepte. Sie kämpften sich wortlos durch die singende Menge und rannten aus dem Sarasani-Zelt. Auch einer der Pächter der «Sonne», Roger Eugster, war zum Zeitpunkt des Brandes an der Chilbi. Später sagte er gegenüber FM1Today: «Ich bekam einen Anruf und habe mich sofort auf den Weg gemacht. Als ich kam, war die ‹Sonne› schon im Vollbrand. Ich konnte nur noch hilflos zuschauen, wie die Feuerwehr gegen die Flammen kämpfte.»

Ermittlungen nicht abgeschlossen

Dass eines der ältesten Lokale in Oberriet zu Schutt und Asche zerfiel, rückte sofort in den Hintergrund, als klar wurde, dass zwei Personen in den Flammen ihr Leben verloren hatten. Ein 56-jähriger Mann und eine 18-jährige Frau sind beim Brand ums Leben gekommen. Zwei Wochen später stand fest: Es war Brandstiftung. Klären konnte die Polizei den Fall bisher nicht. «Es ist wie ein grosses Puzzle, bei dem ein Teilchen ins andere greift», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gegenüber TVO. «Immer wieder gibt es so neue Hoffnung, dass der Fall doch noch geklärt werden kann. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.»

Der Opfer gedacht

Noch immer steht in Oberriet die Brandruine des Restaurants «Sonne» und erinnert an den tragischen Brand. Am Sonntag versammelten sich dort rund 25 Leute, um der Opfer zu gedenken. Darunter auch Fabienne Bigger, die Freundin der verstorbenen 18-Jährigen. «Wir haben alle fest an sie gedacht und Kerzen angezündet. Es war ein ergreifender Moment.»

Brandstifter soll vorbeilaufen

Fabienne Bigger möchte den Gedenkort bei der «Sonne» für ihre verstorbene Freundin auch weiterhin pflegen. Zumindest solange, bis der Fall gelöst ist. «Meine Freundin war für viele ein sehr wichtiger Mensch. Es soll nicht vergessen gehen, was passiert ist. Auch der Brandstifter soll hier, mit einem schlechten Gewissen, vorbeilaufen müssen.»