St.Galler Paar bangt um Flitterwochen

Ein Paar aus St.Gallen bangt um seine Flitterwochen in Zypern.
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Die Flitterwochen eines Paares aus St.Gallen drohen zu platzen. Doch nicht nur das: Die beiden könnten auch noch viel Geld verlieren. Schuld ist der insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook.

Es ist wohl der Albtraum eines jeden frisch vermählten Paares: Die hart ersparten Flitterwochen fallen ins Wasser, weil der Reiseveranstalter pleite geht. Einem jungen Ehepaar aus St.Gallen könnte dies bevorstehen.

Lang ersehnte Ferien in Zypern

Das Paar, welches lieber anonym bleiben will, hätte am 25. Mai einen Flug von Zürich nach Larnaka. «Wir haben Flitterwochen an der Südküste Zyperns direkt am Strand von Nissi Beach gebucht. Für uns sind das sehr aussergewöhnliche Ferien, da wir sonst sehr bescheiden leben», sagt die 29-jährige St.Gallerin. «Wir wollten uns zur Hochzeit etwas Spezielles leisten und haben lange auf diese Reise gespart.»

Hiobsbotschaft per Telefon

Umso grösser war der Schock, als das Paar die Info erhielt, ihre Flitterwochen könnten vielleicht gar nicht stattfinden. «Uns wurde empfohlen, uns zur Sicherheit nach einer anderen Reise für die Flitterwoche umzusehen», sagt die enttäuschte Urlauberin. Der Grund: Das Paar hatte seine Reise bei Bucher Reisen gebucht, die Tochtergesellschaft des insolventen Reiseveranstalter Thomas Cook.

900 Franken für Nichts

Findet die Reise nicht statt, verliert das Paar zusätzlich seine Anzahlung von 900 Franken. «Für uns ist das extrem viel Geld. Wir haben schon alle Hebel in Gang gesetzt, um es zurück zu bekommen.» Doch es sieht nicht gut aus. Auch die Reiseversicherung, welches das Paar für mehr als 200 Franken abgeschlossen hat, schützt nicht vor Insolvenz. Obwohl Thomas Cook angekündigt hat, die 660'000 Betroffenen zu entschädigen, dürfte die versicherte Summe wohl nicht für alle reichen.

«Hoffen auf Happy End»

Ganz muss das Paar aus St.Gallen die Hoffnung aber noch nicht aufgeben. Thomas Cook hat zwar alle Reisen für nächstes Jahr abgesagt, weil sich kein Investor finden liess. Für einzelne Tochtergesellschaften könnte es aber gut ausgehen. Das Medienhaus FVW Medien schreibt, für Bucher Reisen soll es Interessenten geben, unter anderem aus der Türkei. «Beim Reiseveranstalter wurde uns geraten, abzuwarten. Wird das Unternehmen übernommen, könnte die Reise doch stattfinden», sagt die 29-jährige St.Gallerin. «Wir hoffen immer noch ganz fest auf ein Happy End.»