Kübel, Plakate und mehr Präsenz im Bermuda-Dreieck

Das Bermuda-Dreieck in Zeiten vor der Pandemie.
© St.Galler Tagblatt / Ralph Ribi
Der Lärm und die Abfallberge vom vergangenen Wochenende im Bermuda-Dreieck zwingen die Stadtpolizei St.Gallen zum Handeln. Gastrobetreiber sind vom neuen Regime mässig begeistert.

«Es ist widerlich. Das sah übler aus als an einem St.Galler Fest», sagt Thomas Peter, Geschäftsführer der Rock Story in St.Gallen über das vergangene Partywochenende. Seine Bar liegt am berüchtigten Bermuda-Dreieck in der St.Galler Innenstadt. Letztes Wochenende drängten sich Partywütige dicht an dicht. Masken waren keine zu sehen, die Abfallberge türmten sich und der Lärmpegel überschritt deutlich die Schmerzgrenze (FM1Today berichtete).

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Quelle: Pascal Tschamper/Facebook

Erhöhte Präsenz während Partynächten

In der Pflicht stehen nicht nur die Barbetreiber, sondern auch die St.Galler Stadtpolizei. Diese gab heute Donnerstag ihr neues Regime für die Partygasse bekannt. Verschiedene Massnahmen sollen ergriffen werden, schreiben die Gesetzeshüter in einer Medienmitteilung: «Am kommenden Wochenende sollen am Bermuda-Dreieck Präventionsplakate auf die Abfall- und Lärmthematik hinweisen.»

Diese Plakate stehen bald im Bermuda-Dreieck
© Stapo SG

Die Polizei will ihre Präsenz während den Ausgangsnächten Freitag und Samstag erhöhen. «Wir erhoffen uns eine Besserung der Situation, da wir zahlreiche Reklamationen von Anwohnern erhalten haben», sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen.» Die Plakate sollen die Menschen sensibilisieren und den Lärm und den Abfall zum Thema machen.

So sah es am frühen Sonntagmorgen in der Stadt aus.
© Ishi Sosa/Facebook

Ausserdem werden aus Verkehrssicherheitsgründen Absperrgitter in Richtung Unterer Graben aufgestellt. So soll verhindert werden, dass sich Personen auf der Strasse aufhalten. Zudem werden durch die Gastronomiebetriebe Abfallbehältnisse bereitgestellt, um Entsorgungsmöglichkeiten zu bieten.

Grossteil des Abfalls nicht von den Beizern

«Es war eine spezielle Woche», sagt Thomas Peter von der Rock Story. Die betroffenen Gastwirte hätten sich «extrem viel» mit der Gewerbe- und der Stadtpolizei auseinandergesetzt. Für Peter ist aber auch klar, dass ein Grossteil der weggeworfenen Becher, Dosen oder Zigarettenschachteln nicht von den Beizern stammt: «80 Prozent des liegengebliebenen Abfalls ist nicht von der Gastronomie. Die Leute kommen sackweise mit Alkohol und Mischgetränken und zelebrieren ihren Ausgang auf der Gasse.» Die Gastronomie leiste dahingehend nur einen kleinen Beitrag an die Müllberge.

Arbeit ist «nicht sehr angenehm»

«Ich hoffe, dass es dieses Wochenende funktioniert. Das Ergebnis muss dann ausgewertet und die Massnahmen wenn nötig angepasst werden.» Peter erhofft sich weniger Abfall auf der Gasse. Verschiedene Bars im Dreieck haben sich zusammengetan und werden sechs grosse Abfallfässer bereitstellen, deren Inhalt dann auch abgeholt wird. Trotz aller Massnahmen fühlt sich Peter nicht sehr wohl, wenn er auf das kommende Wochenende schaut: «Zurzeit ist Arbeiten nicht sehr angenehm. Wir können einen Grossteil unserer Arbeit nicht so machen, wie vor der Pandemie.»

Beizer fordert finanzielle Beteiligung der Stadt

Grundsätzlich hat Peter mit den ergriffenen Massnahmen der Stadtpolizei kein Problem. Dass die Abfallentsorgung aber Sache der Gastro ist, enttäuscht ihn: «Die Abfallbehälter werden von der Gastronomie bereitgestellt, die anfallenden Kosten müssen wir bezahlen.» Hinsichtlich der Kosten hätte sich Peter ein bisschen mehr Goodwill von der Stadt gewünscht: «Ich hätte mir schon erhofft, dass sich die Stadt mit einem Beitrag an den Kosten beteiligt, so wie sich alle Lokale auch daran beteiligen müssen.»

veröffentlicht: 17. Juni 2021 11:56
aktualisiert: 17. Juni 2021 14:17