Kapo St.Gallen kassiert Shitstorm wegen Frauenratgeber

Die Kantonspolizei St.Gallen wurde im Internet heftig kritisiert. (Symbolbild)
© Kapo SG/Symbolbild
Ein Ratgeber der Kantonspolizei St.Gallen zur Prävention von sexuellen Übergriffen sorgt für Unmut im Internet. Frauen wird darin zum Beispiel gesagt, dass sie «ein leichtes Opfer sind, wenn sie nicht bei klarem Verstand sind». Eine Politikerin lud die fragwürdigen Passagen auf Twitter, wo es heftige Reaktionen gab.

Die Kantonspolizei St.Gallen erlebt gerade einen Shitstorm im Internet. Grund dafür ist der «Kapo-Ratgeber: Frauen alleine unterwegs» der sich mit dem Thema sexuelle Übergriffe befasst. Im hitzig diskutierten Papier stehen Sätze wie «Es liegt auf der Hand, dass Sie ein leichtes Opfer sind, wenn Sie nicht bei klarem Verstand sind».

«Verschreckte Frauen, die unsicher nach Hause huschen»

Auch beim Thema Verhalten weiss die Polizei Rat: «Treten Sie stets selbstbewusst auf. Frauen, die Selbstbewusstsein ausstrahlen, werden weniger belästigt als verschreckte Frauen, die unsicher nach Hause huschen.» Die grünliberale Zürcher Politikerin Carla Reinhard lud die heiklen Passagen am Samstagabend auf Twitter und fragte:

Daraufhin meldeten sich verschiedene Kommentatorinnen und Kommentatoren, die Reinhards Empörung teilten:

Ebenfalls werden fleissig Videos und Ratgeber für Männer geteilt und den Beamten der Kantonspolizei St.Gallen zur Ansicht vorgeschlagen. Ein User schreibt dazu: «Schulungsvideo für euch. Willkommen im 20. Jahrhundert.»

Die Kantonspolizei St.Gallen selbst schrieb:

Der Ratgeber, der schon mehrere Jahre alt sei, sei vom Netz genommen worden, schreiben die Gesetzeshüter. «Die Kapo SG stellt sich klar gegen Victim-Blaming oder das Schüren von Mythen.»

Zuerst hatte der «Blick» über das Thema berichtet. Am Sonntagabend wollte die Kantonspolizei St.Gallen gegenüber FM1Today keine Stellung beziehen, versprach aber, dies am Montag zu tun.