Ist Parkieren am Flugplatz Altenrhein gefährlich?

Urlauber fürchten sich: Einbrecher sollen anhand der Autonummern am Flughafen Altenrhein Adressen ausfindig machen.
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Eine Familie aus St.Gallen fliegt ab Altenrhein in die Ferien. Ihr Auto will sie nicht dort stehen lassen, damit Einbrecher ihre Adresse nicht anhand der Autonummer rausfinden. Tatsächlich gab es schon solche Fälle.

Ein Ehepaar aus St.Gallen fliegen ab Altenrhein für eine Woche in den Urlaub nach Griechenland. Von der Distanz her zum Flugplatz geht es kaum praktischer. Ein Problem gibt es aber: «Wir müssen jemanden finden, der uns bringt und abholt. Das Auto dort stehen zu lassen, ist uns zu gefährlich», sagt die Frau gegenüber FM1Today. Würde ihr Auto eine Woche am Flugplatz stehen, wäre es für Einbrecher ein Leichtes, die dazugehörige Adresse ausfindig zu machen und in Ruhe ihr Haus auf den Kopf zu stellen.

Kantonspolizei bestätigt solchen Fall

Das ist laut dem Ehepaar kein Schauermärchen, auch Freunde von ihnen würden ihr Auto nicht am Flugplatz Altenrhein stehen lassen. Und tatsächlich: Die Kantonspolizei St.Gallen bestätigt, dass es vor gut zwei Jahren mindestens einen solchen Fall gegeben hat. «Wir wissen, dass es Täter gibt, die aufgrund parkierter Autos die Adresse ausfindig machen, um einzubrechen», sagt Hanspeter Krüsi. Es sei aber oft schwierig, dies nachzuweisen. «Vielleicht ist es einfach sinnvoll, sich an den Flugplatz bringen zu lassen oder den Zug zu nehmen.»

Flugplatz hat keine Kenntnisse

Dass Einbrecher beim Flugplatz Altenrhein nach Autonummern spähen, ist dem Flugplatz selbst nicht bekannt. «Wir haben noch nie von diesem Problem gehört», sagt Pressesprecher Thomas Mary. Es sei aber schon so, dass die Autos nicht vor Blicken geschützt sind. «Wir schützen die Autos unserer Gäste, indem die Parkplätze nicht öffentlich zugänglich sind», sagt Mary. Die Idee eines Parkhauses sei schon seit längerer Zeit vom Tisch.

Prävention ist wichtig

Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen stellt ausserdem klar, dass ein Autonummern-Check für Einbrecher längst nicht der naheliegendste Weg ist, um Abklärungen zu machen. «Auch wenn ein Auto eine ganze Woche vor einem Haus steht, kann ein Einbrecher merken, dass die Bewohner in den Ferien sind.» Weitere Merkmale seien heruntergelassene Rollladen oder volle Briefkästen. «Man muss sich auch gut überlegen, was man in den sozialen Medien teilt. Vielleicht postet man die Ferien-Bilder besser, wenn man wieder zurück ist», sagt Krüsi. Am besten spreche man sich mit den Nachbarn ab und sorge für eine gute Prävention.