Ostschweiz
St. Gallen

«Ich trainiere fünf Stunden täglich»

«Ich trainiere fünf Stunden täglich»

Ab Freitag werden in Altstätten massenhaft Pfeile geschleudert. Zum ersten Mal finden die St.Galler E-Dart-Meisterschaften statt. Vom Anfänger bis zum Profi darf jeder mitmachen.

Im Hintergrund leuchtet einer von drei elektronischen Dartkästen auf und piept eine fröhliche Melodie. «Wenn jemand keine Pfeile hat, kann er auch meine nehmen, wenn er E-Dart ausprobieren will», sagt Maurizio Castrovinci, genannt «u sicilanu» - der Sizilianer. Im Dartverein hat jeder einen Spitznamen, das gehört genauso dazu wie die farbigen Hemden. Castrovinci ist Turnierleiter der ersten St.Galler Meisterschaft im E-Dart. Es ist ihm wichtig, niemanden auszuschliessen. «Am Turnier kann jeder mitmachen, der Lust hat. Deshalb gibt es verschiedene Kategorien.» Der Trainingsraum der «Hornets», dem Altstätter Dartverein, bietet dafür aber nicht genug Platz, weswegen das Turnier im Schulhaus Bild stattfinden wird.

Dart ist auch in der Schweiz ein Volltreffer

Egal ob das klassische Steel-Dart oder E-Dart – der Präzisionssport wird auch in der Schweiz immer beliebter. E-Dart ist nicht, wie der Name heutzutage vermuten lässt, ein Computerspiel, sondern einfach eine elektronische Scheibe, wie man sie in Bars findet. Steel-Pfeile dagegen haben eine Metallspitze und werden auf eine Korkscheibe geworfen.

Momentan Platz 27 der Schweiz: Mauro Castrovinci konnte schon so einige Turniere gewinnen. (Bild: FM1Today/Christoph Thurnherr)
© fm1today

«Meine Gegner werden immer besser», sagt Castrovinci und lacht. Den Pfeil, den er nach vorne wirft, goutiert die elektronische Scheibe mit einem wohlwollenden Pfeifen. Der Hype um das Dartspiel liegt auch am einfachen Zugang, glaubt «u sicilianu». «Man braucht keine Vorkenntnisse oder grosse Fitness. Die Mitgliederzahlen der Vereine nehmen überall zu.»

Fünf Stunden Training pro Tag

Trotzdem kann der Sport körperliche Auswirkungen haben. Castrovinci hat einen Tennisarm, wie ihm ein Arzt kürzlich bescheinigte. Das dürfte mit der Häufigkeit seines Trainings zu tun haben. «Ich trainiere mindestens drei Stunden am Tag. Im Moment sind es fünf, da ich mich auf Turniere vorbereite.» Für diese reist er manchmal durch ganz Europa. Auf eigene Kosten, versteht sich.

Beim Turnier am Wochenende in Altstätten werden aber auch Leute teilnehmen, die gelegentlich bei einem Bier ein paar Pfeile auf oder neben die Scheibe werfen. Bier gibt’s beim Turnier aber keines. «In der Halle ist Alkohol verboten», sagt Castrovinci. Ein rauschendes Fest im Hintergrund, wie man Darts vom Fernsehen kennt, wird es nicht geben.

Nicht betrunken zu sein, lohnt sich aber. Pro Kategorie werden mehrere Dutzend Spieler erwartet. Die Startgebühr von zehn Franken pro Person wird komplett als Preisgeld verwendet, das unter den Besten aufgeteilt wird. Zudem bekommt jeder Teilnehmer entsprechend seinem Rang Punkte, um in der Schweizer Rangliste aufzusteigen, ähnlich wie beim Tennis. Und der oder die Beste jeder Kategorie darf sich immerhin St.Galler Meister nennen.

Christoph Thurnherr
veröffentlicht: 5. April 2019 09:05
aktualisiert: 5. April 2019 16:12
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