«Es soll der neue Platz für alle sein»

Das Güterbahnhofareal heute.
Das Güterbahnhofareal heute.
© Ralph Ribi/Tagblatt
Auf dem Güterbahnhofareal in St.Gallen soll eine «Eventhalle» für 1500 Personen entstehen. Noch ist es ein weiter Weg dorthin. Mitstreiterin Céline Fuchs erzählt über das Projekt «Hektor».

Bis November wird aus der SBB-Halle auf dem Güterbahnhofareal eine grosse Halle für Events, Konzerte und Veranstaltungen (FM1Today berichtete).

Céline Fuchs, was ist bisher schon geschehen?Céline Fuchs: Bis jetzt durften wir den Mietvertrag mit den SBB unterschreiben, somit dürfen wir die Halle 10 Jahre nutzen. Wir haben das Konzept fertiggestellt und uns auch schon mit den Nachbarn getroffen, weil uns das sehr wichtig ist. Ausserdem haben wir auch mit den Geschäften und der Stadt gesprochen. So konnten wir bereits die Bedürfnisse abtasten. Wie geht es jetzt weiter?Nun stehen weitere Gespräche an. Dann folgt die Gründung der Aktiengesellschaft, das Einkaufen der Büromöbel und so weiter. Jetzt soll alles wachsen und gedeihen.

«Wenn es Zeit braucht, dann braucht es Zeit»

«Es entsteht eine Halle» – wie muss man sich das vorstellen?Im Moment ist es eine Lagerhalle – ein leerer, kalter Raum, ein wunderschöner Raum. Jetzt geht es daran, die Halle zu füllen. Weil auch Sport stattfinden soll, braucht es auch Duschen. Bis November soll alles fertig werden. Was, wenn nicht?Wir haben keinen Stress, wenn wir bis im November nicht bereit sind. Darum machen wir auch noch keine fixen Termine für Events ab. Wenn es Zeit braucht, dann braucht es Zeit.

«Es soll ein neues Quartier entstehen»

Welche Erwartungen habt ihr?Meine persönliche ist es, mehr Leben in die Stadt zu bringen. Das Ziel ist es, dass St.Gallen ein kulturelles Zentrum wird. Dass man vielleicht auch einmal ein Konzert mit einem grösseren Namen machen kann, Walter Boos' Traum ist es, Sophie Hunger in die Eventhalle zu holen. Es soll ein neues Quartier entstehen, in welchem sich die Leute treffen können. Es soll der neue Platz für alle sein. Jedes Wochenende 1500 Menschen?Die Nachbarn hatten diese Angst. Dort konnten wir sie beruhigen. Es ist auch nicht unser Ziel, nur Events für 1500 Menschen zu machen. Auch kleine Sachen oder Events, welche tagsüber stattfinden, sollen möglich sein. Dann lebt unsere Stadt.
Céline Fuchs und Walter Boos sind die Initianten des Projekts «Eventhalle». (Bild: Tagblatt/Adriana Cortiz Cardozo)
Céline Fuchs und Walter Boos sind die Initianten des Projekts «Eventhalle». (Bild: Tagblatt/Adriana Cortiz Cardozo)
© Tagblatt/Adriana Cortiz Cardozo
Am Freitag wurde das Projekt publik, wie war das Feedback? Gab es Rückmeldungen und bereits Anfragen?Ich hätte es nicht gedacht, ich war fast ein wenig berührt (lacht). Es gab Ausdrücke wie «geile Scheiss» oder auch «mega lääs». Uns erreichten unglaublich viele Mails, auch was den Teil mit den Aktionären betrifft. Viele haben uns gesagt: «Endlich einmal hat auch die Stadt St.Gallen so etwas. Schön, packt das jemand an.» Das Feedback tut gut und gibt uns einen Energieschub.

«Aktionäre mit Herz sind uns ganz wichtig»

Ihr seid auf der Suche nach Aktionären?Es wäre schön, wenn man mit einem grösseren Betrag dabei wäre und wir ein kleines Team sind. So wäre auch alles ein wenig einfacher. Aktionäre mit Herz sind uns ganz wichtig. Solche, die nicht sofort wieder ihr Geld sehen möchte. Ein solches Projekt braucht schon eine gewisse Anlaufzeit. Also keine Chance für Kleinaktionäre.Vielleicht überlegen wir es uns noch anders und jeder mit 10 Franken ist auch willkommen. Ich kann es noch nicht sagen, wir sind noch in der Anfangsphase. Wie seid ihr dazu gekommen? Woher stammt die Idee?Rolf Geiger vom Regio St.Gallen hat einige gute Leute zusammengetrommelt und wollte wissen, was man mit der Halle machen könnte. Unter diesen Leuten war auch Walter Boos. Er kam dann auf mich zu und wir haben dann die ganze Geschichte weitergedacht. Walter ist die federführende Person des Projekts. Er gibt momentan alles für die Halle und ist mit Herz und Ehrgeiz dabei.

«In diesem Moment werde ich ein grosses, kühles Bier aufmachen»

Arbeitstitel «Hektor» – wieso?Walter hatte eine riesige Liste mit Namen, wie das so ist, wenn man ein Kind erwartet. Man begann dann mit dem Streichen. Hektor hat etwas mächtiges, es hört sich stark an, beschützend und gross. Es passt zur Halle. Ich habe mich langsam schon in den Namen verliebt und wir werden dann sehen, ob die Halle nicht doch Hektor heisst. Wir wollen die St.Galler bei der Namenswahl einbeziehen und freuen uns über jeden Namensinput. Die ersten haben wir schon erhalten. Freut ihr euch? Seid ihr bereit?Ja, sehr. Momentan ist das Ganze noch so weit weg und ich kann es mir noch gar nicht richtig vorstellen. In diesem Moment, wenn die ersten Menschen auf die Halle zukommen und wir wissen, «wir haben es gepackt», werde ich ein grosses, kühles Bier aufmachen.

(Das Interview führte Marc Hanimann.)

Praktikant FM1Today