«Es ist mega schön und die Leute sind gut gelaunt»

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Quelle: FM1Today

Die Gastro-Terrassen sind seit Montag wieder offen. Das freut nicht nur die Gäste, sondern auch die Betreiber. Der Gewinn sei zwar maximal ein symbolischer, doch umso wichtiger für die Moral, so der Tenor. Ein Streifzug durch das sonnige St.Gallen.

Eines sticht während des Spaziergangs durch die St.Galler Innenstadt sofort positiv ins Auge: viele strahlende Gesichter und Glacé. Ab Montagmorgen durften die Gastronomiebetriebe in der ganzen Schweiz nach beinahe vier Monaten ihre Türen öffnen und Besucherinnen und Besucher – zumindest – im Aussenbereich wieder bedienen.

«Nicht so viel jammern»

Unser Streifzug beginnt am Marktplatz, wo uns Uzay Karagöl, Wirt des Restaurants «90 Grad», empfängt. Auch er hat grosszügig herausgestuhlt, mit dem nötigen Sicherheitsabstand, versteht sich. «Endlich müssen wir nicht mehr zu Hause bleiben. Jetzt können wir uns ein bisschen aktivieren», sagt der Kurde. Einziger Wermutstropfen sei das eher unbeständige Frühlingswetter, das ihm allenfalls einen Strich durch die Rechnung machen könnte, «aber wir sind zufrieden». Rein monetär lohne sich die Öffnung des Aussenbereichs für Karagöl nicht wirklich, doch das sei auch zweitrangig. Es sei schön, wieder Stammgäste zu empfangen und aus dieser «sanften» Öffnung Lehren zu ziehen, die dann bei der «grossen» Öffnungen zur Anwendung kämen.

Uzay Karagöl, Geschäftsführer Restaurant «90 Grad»

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Karagöl versteht die missliche Lage, in der sich der Bundesrat befindet, hat aber auch Verständnis für den Unmut einiger Beizer und für die generelle Unzufriedenheit in der Bevölkerung, doch: «In der Schweiz haben wir es wirklich gut. In Deutschland oder Frankreich ist immer noch alles zu. Wir sollten nicht so viel jammern.»

«Machen wir das Beste draus»

Über die Neugasse und durch das Schmittengässlein geht der Streifzug in Richtung Klosterbezirk weiter. In der Bankgasse beim Grüningerplatz betreibt Adriana de Liso zusammen mit ihrem Vater das «Dolce Lucia». Das Lokal ist Café, Pizzeria und Gelateria in einem und verzeichnet bereits am ersten Tag der Terrassenöffnungen viele Gäste, wie de Liso sagt: «Es wäre natürlich besser, wenn wir auch drinnen aufmachen könnten. Es ist bis jetzt aber gut gelaufen und wir machen das Beste draus.»

Adriana de Liso, Wirtin «Dolce Lucia»

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Neben dem «Dolce Lucia» stehen Studierende der Hochschule St.Gallen. Auch sie möchten sich am Montagnachmittag erstmals seit Monaten wieder einmal auf der Terrasse eines Restaurants bedienen lassen. Das sei bitter nötig, sagt Student Alex: «Es ist ein ganz anderes Feeling, wenn man wieder jemanden persönlich treffen und diesen Leuten dann in die Augen schauen kann.»

HSG-Student Alex

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«Durch die Sonne herrscht eine andere Stimmung in der Stadt»

Der Streifzug durch die neu erwachte Stadt führt über den Klosterplatz in die Marktgasse. Die Papeterie Schiff betreibt hier seit einigen Jahren ein hauseigenes Verpflegungslokal. Geschäftsführerin der «Schiffchuchi», Amanda Weigelt, hat den Laden buchstäblich voll, auf der Terrasse ist kaum ein Tisch leer. «Durch die Sonne herrscht eine andere Stimmung in der Stadt.» Die Menschen seien gut gelaunt und das mache sich bemerkbar: «Jetzt haben die Leute wieder einen Grund mehr, in die Stadt zu kommen. Es ist mega schön und die Leute sind gut gelaunt.»

Amanda Weigelt, Geschäftsführerin der «Schiffchuchi»

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Weigelt denkt aber auch an die Restaurants, die über keine Aussenbereiche zur Bewirtung verfügen: «Ich hoffe ganz fest, dass das Wetter schön bleibt und es bald eine weitere Lockerung gibt, sodass es auch bei den Restaurants wieder richtig läuft.»

«Am Bodensee mit Blick aufs Wasser»

Am Bärenplatz haben sich Simona und Nina auf den Sitzgelegenheiten neben dem steinernen Bären niedergelassen und sonnen sich. Auch sie werden bald wieder auf einer Terrasse Platz nehmen. Auf welcher, wissen sie allerdings noch nicht: «Irgendwo in der Stadt St.Gallen», meint Nina, Simona ergänzt: «Am Bodensee auf einer schönen Terrasse mit Blick über das Wasser.»

Die Schülerinnen Simona und Nina

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veröffentlicht: 19. April 2021 17:38
aktualisiert: 19. April 2021 17:38