Ostschweiz
St. Gallen

Aus Langeweile WCs angezündet? Drei Feuerteufel in St.Gallen unterwegs

Aus Langeweile? Drei Feuerteufel in St.Gallen unterwegs

Die Kantonspolizei St.Gallen ist drei Jugendlichen auf der Spur, die mutmasslich Brandstiftung betrieben haben sollen.
© FM1Today
Ende Januar musste ein grosser Teil des Säntisparks nach einem WC-Brand evakuiert werden. Mittlerweile konnten drei mutmassliche Brandstifter gefasst werden, die auch auf anderen St.Galler Toiletten Papierspender angezündet haben sollen. Es ist kein einfacher Fall, heisst es von der Polizei.

«Nach dem Brand im Säntispark wurden Videoaufnahmen der Kameras vor Ort ausgewertet», sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei St.Gallen.

Papierspender angezündet

Ende Januar hatten Unbekannte einen Papierhandtuchspender in einer Toilette in der Tiefgarage des Säntisparks in Brand gesetzt. Dabei entstand Sachschaden in der Höhe mehrerer zehntausend Franken und wegen starker Rauchentwicklung wurde ein grosser Teil des Säntisparks anschliessend evakuiert, wie die Kantonspolizei St.Gallen mitteilte.

Mittlerweile folgen die Polizisten einer heissen Fährte. Denn: Durch die Kameraaufnahmen konnten die mutmasslichen Übeltäter ausfindig gemacht werden. «Auch spezialisierte Jugendsachbearbeiter sind hilfreich. Sie kennen einige junge Leute aus der Gegend», meint Krüsi dazu. Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei Schweizer im Alter von 12 und 13 Jahren sowie einen 13-jährigen Kosovaren.

«Sie beschuldigen sich gegenseitig»

Er erklärt weiter: «Nach dem Brand im Säntispark wurden uns ähnliche Vorfälle im Westcenter, der Shopping Arena oder auch in Abtwil selbst gemeldet.» So könnte das jugendliche Trio für weitere Brandstiftungen in Toiletten verantwortlich sein. «Welcher Jugendlicher wie involviert war, wissen wir Stand jetzt nicht. Sie beschuldigen sich auch gegenseitig. Dass wir an den richtigen drei dran sind, wissen wir aber mittlerweile», bestätigt Krüsi.

Sind es gezielte Brandstiftungen?

Die Kantonspolizei muss sich dabei auch Fragen über eine gezielte Brandstiftung, Anführer oder Mitläufer stellen. Krüsi: «Vielleicht ist es etwas hart, von ‹jugendlichen Brandstiftern› zu sprechen. Vielleicht waren sie sich nicht bewusst, was sie durch ihr Handeln auslösen können. Vielleicht haben sie den Abfalleimer im Zuge einer Mutprobe oder aus Langeweile angezündet.»

Und auch das Bestimmen eines Strafmasses liegt nicht bei der Kantonspolizei St.Gallen. «Wir reichen bei der Jugendstaatsanwaltschaft unser Dossier ein, inklusive Rapport. Unser Auftrag ist es, den Vorfall möglichst genau zu beschreiben, der Rest obliegt dann ebenjener Jugendstaatsanwaltschaft respektive dem Jugendanwalt.»

«Solche Fälle sind immer unschön»

Auf Anfrage nimmt Remo Hungerbühler, Marketingleiter der Shopping Arena, Stellung zum WC-Brand: «Natürlich sind Fälle von Sachbeschädigungen immer unschön», gibt er zu Protokoll. Die Migros Ostschweiz bezieht keine Stellung zum Brand im Säntispark, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle. Ebenso ist das Westcenter für ein Statement zu den Vorfällen am Dienstag für FM1Today nicht erreichbar.

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veröffentlicht: 21. Februar 2024 06:04
aktualisiert: 21. Februar 2024 09:28
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