Absturz-Flugzeug soll am Mittwoch geborgen werden

Das Flugzeug liegt bereits mehrere Wochen am Seegrund.
© St.Galler Tagblatt
Der erste Bergungsversuch, nur eine Woche nach dem Absturz, war nicht erfolgreich. Für den zweiten haben sich die Einsatzkräfte nun viel Zeit gelassen. Am Mittwoch soll das Kleinflugzeug geborgen werden. Kritische Vorarbeiten sind bereits erledigt.

Noch immer liegt die abgestürzte Piper in mehr als 80 Metern Tiefe vor Staad im Bodensee. Am 18. Februar war das Kleinflugzeug mit sechs Plätzen im dichten Nebel beim Landeanflug auf den Flughafen Altenrhein abgestürzt, der Pilot überlebte auf beinahe wundersame Weise.

Auf das Glück im Unglück folgte eine missglückte Rettungsaktion. Spezialisten aus der ganzen Schweiz versammelten sich Ende Februar – nur eine Woche nach dem Absturz – und waren bereit, das Flugzeug aus der schwierigen Tiefe zu bergen.

Aufgrund von Komplikation wurde jedoch nichts daraus. Im Nachgang tauchte sogar die Frage auf, ob denn das Flugzeug überhaupt noch geborgen werden müsse.

Neuer Versuch am Mittwoch

Auch wenn es vielleicht solche Überlegen gab, zerstreute der Kanton St.Gallen diese schnell. Das Flugzeug könne aus Umweltschutzgründen nicht im See bleiben, hiess es gegenüber FM1Today. Der zweite Bergungsversuch sollte frühestens Mitte April stattfinden.

Nun wird es sogar Mitte Mai. Nach dem missglückten ersten Versuch, der jedoch kein Schnellschuss gewesen sein soll, lässt man sich Zeit. Mitte Mai soll es klappen. Dabei helfen auch die Erkenntnisse aus dem ersten Versuch.

Vorarbeiten bereits erledigt

So wird die Bergung nicht mehr innerhalb eines Tages durchgeführt. Gewisse Vorarbeiten wurden schon geleistet. Bereits am 29. April befestigen Taucher die Gurten an den Tragflächen des Flugzeugs und befestigten das Lastenseil in einer Tiefe von rund 50 Metern am Bojenseil. «Damit verringern sich die Tiefe und die Dauer des Tauchganges stark, was ein grosser Vorteil ist», schreibt die Kantonspolizei.

Die Bergungsgrafik der St.Galler Kantonspolizei. 

© Kantonspolizei St.Gallen

Dauer unbekannt

Trotzdem gilt auch bei diesem Versuch mit besseren Erfolgsaussichten: Das Ende ist offen. «Wie schnell das Flugzeug an die Wasseroberfläche gezogen werden kann, hängt von der Dauer der Arbeiten auf rund 50 Metern ab», schreibt die Kapo.

Dazu kommt die starke strukturelle Beschädigung des Flugzeugs. Die Bergung muss entsprechend vorsichtig erfolgen. Dies auch, weil sich schätzungsweise noch mehrere hundert Liter Treibstoff im Flugzeug befinden.

Weiter unklar ist der genaue Unfallhergang. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust verspricht sich von der Bergung der Piper keine neuen Erkenntnisse. Die Befragung des Piloten und die Rekonstruktion von Funksprüchen hat dazu offenbar ausgereicht.

veröffentlicht: 11. Mai 2021 07:33
aktualisiert: 12. Mai 2021 11:54