Riesige Differenz beim Benzinpreis zwischen Schweiz und Vorarlberg

Am Dienstag kostete in St.Gallen ein Liter Bleifrei 2,23 Franken.
© FM1Today/Christoph Thurnherr
Befeuert durch die Euro-Franken-Parität könnte sich so mancher Einkauf nun ins grenznahe Ausland verschieben – vor allem, wenn man gleich noch den Tank füllen kann. Denn die Unterschiede beim Spritpreis sind unter Umständen astronomisch.

Der Krieg in der Ukraine verursacht Chaos auf der ganzen Welt und wirkt sich unter anderem auf die Benzinpreise aus. «Bei uns wurde der Liter Benzin heute auf einen Schlag 20 Rappen teurer», heisst es auf Anfrage bei einer Tankstelle in der Stadt St.Gallen.

Der Preis pro Liter ist damit bei 2.23 Franken – und er war schon vor diesem riesigen Sprung nicht gerade günstig. Die Fahrt zur Tankstelle ist derzeit besonders schmerzhaft und belastet das Budget noch mehr als sonst schon.

Franken-Euro-Parität fördert Einkaufstourismus

Eine weitere Auswirkung des Kriegs: Der Euro sackt im Vergleich zum Franken stark ab. Dies, weil viele Anlegerinnen und Anleger angesichts der Krise Sicherheit suchen – und diese im Franken finden. Bereits jetzt wird angenommen, dass die Schweizer Nationalbank Massnahmen treffen musste, um den Euro zu stützen.

Dieser war kurzzeitig weniger Wert als der Franken, jetzt sind die beiden gleichauf. Dies könnte den Einkaufstourismus begünstigen, bestätigt Markus Bänziger, Direktor der Handelskammer Appenzell-St.Gallen auf Anfrage: «Insbesondere wenn dieser Zustand anhält, dann dürfte der Einkaufstourismus zunehmen. Kurzfristig wird es eher keine Auswirkungen geben.»

Betroffen davon seien nicht nur die grossen Detailhändler, sondern auch kleinere Läden – weil viele Kundinnen und Kunden dann wohl den ganzen Einkauf ins grenznahe Ausland verlagern. Kleinere Läden in Einkaufszentren beispielsweise würden so auch Kunden verlieren.

Sprit im Vorarlberg viel günstiger

Einen zusätzlichen Anreiz schaffen die derzeitigen Benzinpreise, etwa in Vorarlberg. In Hohenems, direkt an der Grenze, kostet der Liter Benzin am Dienstag 1.79 Euro – beziehungsweise Franken, denn die beiden sind ja gleich viel wert.

Die Differenz zur Stadt St.Gallen beträgt damit am frühen Dienstagabend unglaubliche 44 Rappen pro Liter. Nahe des Grenzübergangs im St.Galler Rheintal sind die Preise zwar mit 2.06 noch nicht so hoch wie in der Stadt, es sei jedoch eine Frage der Zeit, heisst es auf Anfrage von FM1Today bei der Tankstelle. Bereits am Mittwochmorgen sei mit einem gleichen Preisaufschlag wie in St.Gallen zu rechnen.

Wann und wie sehr die Preise im Vorarlberg steigen, ist noch offen. Dass es dazu kommt, scheint jedoch sicher – denn auch die Österreicher Tankstellen zahlen wegen der steigenden Ölpreise mehr im Einkauf. Es gibt auch schon erste Tankstellen in Tirol, die mehr als zwei Euro pro Liter Diesel verlangen. Dieser kostet in Vorarlberg am Dienstag 1.89 Euro/Franken.

(thc)

veröffentlicht: 9. März 2022 08:47
aktualisiert: 9. März 2022 08:47