Reisebüros sprechen sich für den Impfpass aus

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Quelle: tvo

Wer im Sommer verreisen möchte, wird sich dafür ziemlich sicher vorgängig gegen Covid-19 impfen lassen müssen. Verschiedene Länder, die Schweiz inklusive, prüft die Idee des «Impfpasses». Doch was bedeutet das für die hiesigen Reisebüros?

Erleichterung macht sich bei Sabine Zingg breit: Die Malediven sind diese Woche nicht auf der Quarantäneliste des Bundes. Mehrere Kunden des Reisebüros «Bernhard Reisen» in Goldach sind aktuell dort in den Ferien. Sie gehören damit zu den wenigen Menschen, die während den aktuellen Umständen eine Reise gewagt haben.

Impfung wird kritisch beäugt

Sabine Zingg hofft, dass schon bald wieder mehr Menschen verreisen – dank des Impfpasses: «Es würde uns sehr entgegen kommen. Wir hätten damit deutlich weniger Probleme.» Ein Impf-Ausweis ist laut Zingg zu begrüssen. Damit könne man in der Branche wieder auf freies Reisen zählen.

Reisen nur für Geimpfte. Dieses Gedankenspiel kommt nicht bei allen Menschen auf der Strasse gleich gut an. «Ich werde mich nicht impfen», sagt Delia Signer aus Wittenbach. Die Teenagerin sieht das Vakzin kritisch und macht sich Sorgen über etwaige Nebenwirkungen. Dies obschon in der Schweiz bis Ende Januar knapp 170'000 Impfungen verabreicht, aber lediglich 42 Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen eingetroffen sind. Stand heute haben über 400'000 in der Schweiz wohnhafte Personen die Impfung erhalten.

Michael Niedermann aus St.Gallen findet, dass auch die Schweiz als prima Feriendestination dienen kann: «Wenn ich wegen der Impfung nicht ins Ausland kann, dann würde ich das akzeptieren.» Anders sieht das Passantin Djellza Sopa aus Wil. Sie könne nicht aufs Verreisen verzichten: «Ich würde mich daher lieber impfen lassen, damit ich in die Ferien kann.»

Impfpass hilft der Organisation

Damit die Tourismusbranche die Krise überlebt, braucht es reisefreundliche Massnahmen. Der Ferienanbieter «Hotelplan» leidet aktuell stark unter der globalen Pandemie. Eine Impfpassregelung würde die Situation deutlich entlasten, sagt Mediensprecherin Bianca Gähweiler: «Grundsätzlich würde uns ein Impfpass vor allem administrativ helfen, wenn wir Reisen für unsere Kunden organisieren.» Insbesondere dann, wenn der Impfpass internationale Gültigkeit hätte. Notabene mache ein Impfpass aus Sicht von «Hotelplan» erst dann Sinn, wenn sich alle, die wollen, auch impfen lassen können, so Gähweiler.

Wenig Verständnis für Impfskeptiker

Impfskeptiker stossen bei den Reiseveranstaltern indes auf wenig Verständnis. Dass man für gewisse Länder vorgängig eine Impfung braucht, sei schliesslich nichts neues. «Vor einem Jahr wäre ich eigentlich auf die Kapverden und nach Senegal gereist», sagt Sabine Zingg von «Bernhard Reisen». «Dafür brauchte ich eine Gelbfieber-Impfung. Das war für mich selbstverständlich, das macht man einfach, wenn man in ein solches Land reist.» Möchte man das nicht auf sich nehmen, so müsse man halt verzichten, sagt Zingg.

Dass sich die meisten Mitarbeiter von Reisebüros impfen lassen werden, ist laut Zingg zu erwarten. Schliesslich möchten diese nicht nur bald wieder normal arbeiten, sondern auch bald wieder normal in die Ferien reisen können.