Leerstehendes Altersheim wird zur Unterkunft für Geflüchtete

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Quelle: tvo

Der Bund rechnet mit zehntausenden Flüchtlingen aus der Ukraine. Um diese unterzubringen, sind Gemeinden und Kantone gefordert. In Kirchberg ziehen bereits diese Woche Schutzsuchende aus dem kriegsgebeutelten Land in ein ehemaliges Altersheim ein.

Über einhundert Menschen ziehen schon ab Donnerstag in das ehemalige Altersheim in Kirchberg ein. Das neue, vorläufige Zuhause für die ukrainischen Geflüchteten ist fast fertig. Seit dem Wochenende haben täglich rund 70 Helferinnen und Helfer zusammengespannt und das ehemalige Altersheim Tertianum Rosenau zurechtgemacht. Die Altersresidenz steht bereits seit einem Jahr leer. «Es ist unglaublich, wie hier alle zusammenarbeiten», sagt Roman Habrik, Gemeindepräsident von Kirchberg. «Es sind 25 Firmen und da geht fast alles reibungslos. Es herrscht ein riesiger Goodwill.»

Ein Zuhause für mehrere Wochen – dann gehts weiter

Ab Donnerstag kommen Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem Bundesasylzentrum in Altstätten in die Gemeinde nahe Wil. Wie viel genau kommen werden, ist derzeit noch unklar. Die Unterkunft bietet Platz für 120 Personen. «Dann geht es darum, anzukommen, Ruhe zu finden und sich zu sammeln. Nach einigen Wochen werden die Menschen dann weiter auf die Gemeinden verteilt», sagt Gemeindepräsident Habrik. Das ehemalige Altersheim dient noch bis mindestens Ende des Jahres als Flüchtlingsunterkunft.

Deutschkurse in Wil

Nur wenige Kilometer weiter in Wil bereiten sich die Behörden ebenfalls auf die Ankunft von Kriegsflüchtlingen vor. Bis dato sind allerdings noch nicht viele Ukrainerinnen und Ukrainer angekommen, doch das kann sich schlagartig ändern. Die Stadtverwaltung sucht darum jetzt Freiwillige, die eine Unterkunft bieten oder den Geflüchteten Deutsch beibringen könnten. «Wir gehen davon aus, dass diese Familien mehrere Monate, wenn nicht Jahre in der Schweiz verbringen werden», sagt Dario Sulzer, SP-Stadtrat der Stadt Wil. Daher sei es richtig und wichtig, dass man sich jetzt schon Gedanken darüber macht, wie man die Geflüchteten bei der Integration unterstützen könne. «Deutsch lernen ist dabei sehr wichtig. Daher suchen wir Freiwillige, die uns dabei helfen.»

Stadt ist auf Freiwillige angewiesen

Einer dieser freiwilligen ist Max Schoch. Zusammen mit einem ehrenamtlichen Lehrerteam bietet er einmal wöchentlich Deutschkurse an. In den letzten Jahren waren das hauptsächlich Menschen aus afrikanischen Ländern. Jetzt stellt man sich auf Ukrainerinnen und Ukrainer ein: «Es geht darum, dass ein Geflüchteter Deutsch kann, um sich im Alltag zu bewegen.» So habe man sich als Lehrerteam angeboten. «Am Freitag kommt bereits die erste Frau mit einem kleinen Kind bei uns in den Deutschkurs.»

Jeden Freitag kommen so künftig zwischen 30 und 40 Menschen, um die hiesige Sprache zu erlernen. Ohne Vorkenntnisse sei das gar nicht so einfach, gibt Schoch allerdings zu: «Hand und Fuss, Bildtafeln und ganz einfachste Mittel der Pädagogik.

veröffentlicht: 16. März 2022 20:47
aktualisiert: 17. März 2022 08:23