Hochwassergefahr am Bodensee – überschwemmte Dörfer in Schaffhausen

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit / BRK News

Das Hochwasser hält die Schweiz in Atem. Am Bodensee ist die Gefahrenstufe mittlerweile bei 3. Doch in anderen Regionen ist die Lage viel akuter: In Schaffhausen wurden mehrere Gemeinden überschwemmt. Doch es zeichnet sich Besserung ab.

Der Bodensee hat eine kritische Marke überschritten. Am Freitagmorgen war der Pegel in Romanshorn bei 396.92 Meter über Meer – das bedeutet mittlerweile Gefahrenstufe 3 von 5 und damit eine «erhebliche Gefahr». Der Bund hatte die Stufe bereits vorgängig angehoben und macht dazu folgende Angaben und Empfehlungen:

Lokal kann das Wasser über das Ufer treten

Lokale Überflutungen von Strassenunterführungen, Tiefgaragen und Kellern sind möglich

Schäden in kleinerem Umfang möglich

Starker Anstieg in kurzer Zeit

Der langjährige Mittelwert in Romanshorn beträgt 395.62 Meter über Meer. Aber auch wenn der Pegelstand des Bodensees hoch ist (seit dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 1999 war er nur drei mal höher als jetzt), die Situation ist noch nicht dramatisch.

Dies zeigen aktuelle Aufnahmen aus Rorschach.

Der Wasseranstieg in den letzten Tagen ist jedoch beträchtlich. Seit Mittwoch ist der Pegel um 18 Zentimeter gestiegen. Mit den Gewittern vom Freitag und dem angesagten Regen am Samstag dürfte der Wasserstand in naher Zukunft weiterhin nur eine Richtung kennen.

Trotzdem: Sollte sich die Wetterlage wie angekündigt auf den Anfang nächster Woche beruhigen, dann kommt die Ostschweiz für einmal glimpflich davon. Weit entfernt sind die Überschwemmungen jedoch nicht.

Schaffhauser Dörfer unter Wasser

In Schaffhausen lässt sich gut erkennen, wie unberechenbar selbst Dorfbäche unter gewissen Umständen sind. Vor allem Schleitheim wurde regelrecht von einer braunen Wassermasse überschwemmt. Auch in Beggingen wurden Keller gefüllt.

Der Sommer gibt ein Comeback

Der Juli 2021 ist bis jetzt einer zum Vergessen. Doch das könnte sich bald ändern. «Am Sonntag hört es auf zu regen, im Thurgau und in St.Gallen gibt es bereits dann viel Sonne», sagt Klaus Marquart von Meteonews.

Auf Mitte nächster Woche soll dann sogar der Hochsommer in der Schweiz Einzug halten. Gute Aussichten also. Und auch wenn der Sommer bis jetzt viel zu nass war: Bislang haben wir in der Schweiz vor allem Sachschäden zu beklagen. Wie der Blick nach Deutschland zeigt, wo es dutzende Tote und hunderte Vermisste gibt, ist das dieser Tage keine Selbstverständlichkeit.

veröffentlicht: 16. Juli 2021 11:21
aktualisiert: 16. Juli 2021 11:44