«Wir wollen nicht grösser werden»

Am Openair Lumnezia herrscht aufgrund der Trockenheit Feuerverbot.
Am Openair Lumnezia herrscht aufgrund der Trockenheit Feuerverbot.
© zVg/Openair Lumnezia
Das Openair Lumnezia in den Bündner Bergen ist so früh ausverkauft wie noch nie. Für die Verantwortlichen ist dies aber kein Grund, grösser zu werden.

In gut sieben Wochen pilgern Musikfreunde aus der ganzen Schweiz wieder ins Tal des Lichts, wie das Val Lumnezia auf Deutsch übersetzt heisst. Im Vergleich zu Festivals wie das Frauenfeld oder St.Gallen ist das Openair Lumnezia mit 18'500 Besuchern verhältnismässig klein. Ein Insider-Tipp ist es aber schon lange nicht mehr. Das merken nun auch die Veranstalter. Viel früher als geplant ist das Lumnezia restlos ausverkauft. Überraschend kommt das für den OK-Präsidenten Norbert Cavegn nicht: «Es hat sich früh abgezeichnet, dass es in diesem Jahr einen besonderen Drive gibt. Wir haben schon sehr früh sehr viele Tickets verkauft.»

Schon in den letzten Jahren war das Openair immer früher ausverkauft. Eine Entwicklung, die Cavegn auf die Qualität des Line-ups zurückführt. Ein volles Haus haben die Veranstalter deshalb auch in diesem Jahr erwartet: «Unsere Vision war es, vier Wochen vor dem Openair ausverkauft zu sein. Mit sieben Wochen haben wir das klar überboten. Über diese Situation sind wir sehr glücklich.»

Überteuerte Tickets im Umlauf

Weniger glücklich dürften diejenigen sein, die den Vorverkauf verschlafen haben. Über den offiziellen Weg gibt es keine Tickets mehr zu erwerben, Tages- und Abendkassen gibt es nicht. Das zieht Probleme mit sich: «Wir haben schon vermehrt Anrufe erhalten, dass es bei Drittanbietern völlig überteuerte Tickets gibt. Wir raten den Leuten davon ab, auf solche Angebote einzugehen - oft werden die Tickets nämlich gar nicht erst verschickt», warnt Cavegn. Gegen diesen Missstand können die Organisatoren selbst nicht viel unternehmen. Von der Personalisierung der Tickets soll in Zukunft noch abgesehen werden. «Wir arbeiten aber mit der Swiss Music Promoters Association und diversen Festivals zusammen, um eine passende Lösung für unsere Gäste zu finden.»

Kein zweites OASG

Bei der steigenden Nachfrage am Openair Lumnezia liegt die Frage nahe, ob das Festival in Zukunft grösser werden soll. Davon wollen die Organisatoren aber nichts wissen: «Wir kennen unsere Grösse und die damit verbundenen Möglichkeiten. Irgendwann fängt es an zu kippen. Wir können und wollen gar nicht grösser werden», sagt Norbert Cavegn. Ein zweites OpenAir St.Gallen ist im Val Lumnezia also nicht zu erwarten.

Stillstand soll es am Openair Lumnezia aber nicht geben. Unter anderem sollen die Musiker in diesem Jahr auf einer neu gestalteten Rundbogenbühne spielen. Cavegn: «Wir sind stetig im Wandel und versuchen, uns zu verbessern. Wir hoffen, das bereitet den Besuchern eine Freude.»

Vom 19. bis am 21. Juli stehen unter anderem Beth Ditto, Bastille, Marteria oder Breitbild im Val Lumnezia auf der Bühne.
Dario Brazerol