Nach Tragödie: «Die ganze Region will der Familie helfen»

Der Sohn starb an einem Hirntumor, der Vater liegt mit einer Hirnblutung im Spital. Dann brannte auch noch das Bauernhaus der Familie ab. Nun solidarisiert sich die Gemeinde Grüsch und sammelt für die betroffene Familie.

Die Flammen raubten der Familie beinahe ihr ganzes Hab und Gut. Ende Oktober brannten im «Lenzaboda» in Grüsch das Wohnhaus und der Stall der Bauernfamilie ab. Die Feuerwehr kämpfte vergeblich gegen die Flammen. Zu stark tobte das Feuer. Zurück blieben nur Asche und Schutt, im Stall starben drei Kälber.

Neben dem Ehepaar überlebten nur der Hund und die Milchkühe auf der Weide. Doch das ist nicht der einzige Schicksalsschlag, denn die Grüscher Familie hinnehmen muss. Vor einigen Monaten starb der erwachsene Sohn an einem Hirntumor, der Vater – jahrelang Kirchenmessmer in Grüsch – befand sich zum Brandzeitpunkt wegen einer Hirnblutung im Spital.

Das Schicksal der Familie ruft jetzt das Dorf auf den Plan: Der unglaublichen Misere folgt eine Solidaritätswelle.

Sogar die Spielgruppe will sammeln

Die beiden Kirchengemeinden, die Landfrauen Grüsch, der Frauenverein, die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe und ihre Klassenlehrer, ja sogar die Spielgruppe, schliessen sich zusammen, um der gebeutelten Familie zu helfen.

Sie planen vom 18. bis 22. November von 16 bis 19 Uhr beim Volg in Grüsch ein Marktstand zu betreiben. Verkauft werden dort selbst hergestellte oder gespendete Sachen. Der Erlös kommt vollständig der Familie zugute.

Dabei gehe es keineswegs nur ums Geld, sagt Organisatorin und Reallehrerin Romy Neukom: «Die Verluste der Familie kann kein Geld auf der Welt ersetzen. Wir möchten einfach ein Zeichen setzen. Die ganze Region will der Familie helfen.»

Die Anteilnahme im Ort und in der ganzen Region sei gross. So seien schon viele Spenden für den Verkauf eingetroffen, zum Beispiel 25 Kilo Haferflocken oder ein Gutschein der Bergbahnen.

«As ganzes Dorf stoht zäma»

Der Familie zu helfen bedeutet Romy Neukom viel: «Sie dürfen jetzt nicht alleine gelassen werden».«As ganzes Dorf stoht zäma» – unter diesem Titel sammeln die engagierten Grüscher. Denn in Grüsch hilft man sich, das gilt auch für die Gemeindeverwaltung, die ein Spendenkonto eröffnet hat und verwaltet.

«Die Bevölkerung hat verlangt, dass die Gemeinde etwas unternimmt», sagt Gemeindepräsident Marcel Conzett. Sie hätten auch selbst eine Einzahlung auf das Konto vorgenommen. Dazu wird der Familie eine Wohnung zur Verfügung gestellt.

Auch die Abwicklung mit der Versicherung übernimmt die Gemeinde, damit sich das Ehepaar auf seine Erholung konzentrieren könne, sagt Conzett. Denn der Mann befindet sich noch immer in der Reha.

Nach dem Wüten der Flammen herrscht in Grüsch trotz allem Hoffnung. Hoffnung, dass die Familie durch die Unterstützung der Menschen wieder neue Kraft schöpften kann.

Hier geht es zum Spendenkonto.

(thc)