Woodstock-Lebensgefühl gibt es nicht mehr

Für den 73-jährigen Rockmusiker Neil Young spiegelte die Musik am legendären Woodstock Festival 1969 noch ein Lebensgefühl. (Archivbild)
Für den 73-jährigen Rockmusiker Neil Young spiegelte die Musik am legendären Woodstock Festival 1969 noch ein Lebensgefühl. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP
Der 73-jährige Rockmusiker Neil Young («Heart Of Gold») wird angesichts des Woodstock-Jubiläums in diesem Jahr melancholisch. Damals, vor 50 Jahren, habe Musik noch ein Lebensgefühl gespiegelt.

Der Klang der Musik auf Vinylschallplatten sei noch grossartig gewesen, sagte der Kanadier in einem Beitrag für die «Welt am Sonntag». «Im digitalen Zeitalter ist all dies verwässert worden. Musik täuscht dieses Gefühl heute nur noch vor, und auch das nur bis zu einem gewissen Grad», sagte Young.

Der Musiker war mit seiner Band Crosby, Stills, Nash & Young selbst bei der legendären «Woodstock Music & Art Fair» (15. bis 18. August 1969) aufgetreten war. «Musik ist nicht mehr in jenem Masse erlebbar, wie es auch in Woodstock der Fall war», sagte Young.

Der Sänger und Gitarrist fand das als Höhepunkt der Hippie-Bewegung geltende, von schätzungsweise 400'000 Fans besuchte Festival im Bundesstaat New York insgesamt «klasse».

Nur eines ärgerte ihn: «Was mir wirklich auf die Nerven ging, waren all diese Kameraleute auf der Bühne. Die hatten diese Angeber-Attitüde, ich hasste das. Ich wollte nicht von denen gefilmt werden. Die hatten auf meiner Bühne oben nichts verloren.»