«Meine Mama hat hier schon gefeiert»

Von Celia Rogg
In der Turnhalle von Rickenbach wurde am Donnerstag der letzte Katerball gefeiert.
In der Turnhalle von Rickenbach wurde am Donnerstag der letzte Katerball gefeiert.© FM1Today/Celia Rogg
Am Schmutzigen Donnerstag wurde in der Turnhalle in Rickenbach zum letzten Mal der Katerball gefeiert. Zum Ende einer Ära haben sich die Gäste ins Kostüm geworfen, um «Tschüss» zu sagen.


Jährlich feiern Fasnachtsfans weit über die Grenzen von Rickenbach bei Wil hinaus den Fasnachtsbeginn in der Dorfturnhalle. Der Katerball am Schmutzigen Donnerstag ist bis heute nicht nur weitherum bekannt, sondern hat auch Kultstatus erlangt. Doch jetzt ist Schluss: Der Ball fand dieses Jahr zum letzten Mal statt (FM1Today berichtete).

«Es ist eine Tradition»

Für viele war der Katerball jahrelang fix im Kalender eingetragen und durfte auf keinen Fall verpasst werden. «Meine Mutter war früher auch immer hier», erinnert sich Luca aus Algetshausen, «darum habe ich diese Tradition natürlich weitergeführt». Der Ball war auch für viele eine Möglichkeit auf ein Wiedersehen mit alten Freunden. Wie beispielsweise für Silvan aus Wilen TG: «Man kannte immer unglaublich viele Leute und traf auch jene, welchen man sonst nicht mehr oft begegnete.» Das sieht auch Lenny aus Zuzwil so: «Während der Kanti waren immer alle hier. Es war super!» Sein Kollege Sascha vergleicht die Party sogar mit der Champions League und meint: «Das muss man einfach gesehen haben.»

Die letzte Ehre erweisen

Heute ist der Ball längst nicht mehr das, was er einmal war, wie der langjähriger Katerball-Besucher Pascal aus Sirnach etwas enttäuscht feststellt: «Früher war der Ball super. Das hat in den letzten Jahren etwas nachgelassen.» Die Besucheranzahl sei jedes Jahr etwas gesunken. Auch dieses Jahr ist die Halle nicht voll. Viele der Gäste geben zu: «Wir sind heute nur hier, weil es das letzte Mal ist.» Damian aus Wiezikon bei Sirnach ergänzt: «Wir holen uns jetzt noch einen Kater zum Abschluss.» Zum Abschied sagt der Fasnächtler: «Jetzt müssen wir eben ins Zelt nach Wil.»