«Bei meinen Kindern kann ich abschalten»

FM1Today
Adrian Stern ist erwachsen, hat zwei Kinder und geniesst es trotzdem noch, durch die Nacht zu tanzen. Darum geht es in seinem neuen Album, das heute Freitag erscheint. Warum er sich den Haushalt mit seiner Frau teilt, seine Tochter den selben Namen wie sein Synthesizer trägt und ob er immer noch nach Amerika abhauen würde, erzählt er uns im Interview.

«Chum mir singed die Songs wo mir liebed und tanzed mit ihne dur d'Nacht» - so heisst das neue Album von Adrian Stern, das heute Freitag erscheint. Nach drei Jahren gibt es wieder Neues vom 41-jährigen Mundartsänger zu hören - und es ist anders. Irgendwie Elektronischer. «Zusammensein, tanzen, in der Nacht, das hat alles irgendwie zu dieser Zeit gepasst. Ich dachte mir, jetzt brechen wir die Regel der Einwort-Titel und machen etwas Neues.»

Album handelt vom Vergessen und Abschalten

Er vergesse sich sehr gerne, darum gehe es im Album. «Das passiert mir beim Musik machen oder wenn ich mit dem Velo durch den Wald fahre oder wenn ich mit meinen Kindern zusammen bin. Dann kann ich das ganze Rauschen um mich herum abschalten.» Wie er sagt, soll man sich bei all dem Chaos im Alltag und in der Welt auch mal zurückziehen und abschalten können.

Man wird nachdenklicher

Es sei ein Liedermacher-Album, auf Schweizerdeutsch und handle vom Leben, das Adrian Stern selbst im Moment führt. «Ich habe eine Familie, habe meine 40er-Grenze überschritten und was sich dann am meisten verändert ist, dass man nachdenklicher wird.» Sein Album handle nicht mehr von sich selber, vom Ego und von der Liebe, sondern dem ganzen Leben rund herum. Und Adrian Stern wagt etwas neues: Er macht auf elektronisch!

Juno ist seine Tochter und sein Synthesizer

«Es hat mir schon immer gefallen und nachdem meine Tochter zur Welt kam, sie heisst ‹Juno› merkte ich, dass es einen Synthesizer gibt, der ‹Juno› heisst», erklärt Adrian Stern. Er habe sich diesen Synthesizer aus den 80er-Jahren gekauft und gemerkt, dass dieser eigentlich ganz gut zu seiner Gitarre passt. Seine Kinder «Juno» und «Mina» spielen allgemein eine sehr wichtige Rolle in seinem Leben. Natürlich sollen auch diese einmal so singen können wie der Papa. Und früh übt sich, wer ein Meister sein will, wie dieses Video zeigt:

«Mina, meine Tochter, singt sehr gerne und wenn sie singt, dann darf ich nicht singen.» Sie sei sehr kreativ, reime und komponiere eigene Lieder. Dabei singe sie jeweils über den ganzen Tag: «Diese Kreativität macht mich als Vater unglaublich stolz.» Sowieso widmet er den Kindern und dem Haushalt sehr viel Zeit. Er und seine Frau arbeiten beide 50 Prozent: «Zur Hälfte bin ich also der Wäschemann. Ab und zu gibt es da auch Streit, wenn der andere etwas wegräumt, das dann unauffindbar ist.»

Schwärmt immer noch für Amerika

Adrian Stern, der Familienvater. Früher wollte er im Lied «Amerika» in die Staaten abhauen und alles liegen lassen. Noch immer schwärmt der Aargauer für Amerika: «Ich finde die politische Welt in Amerika ganz komisch und seit ich die Serie «House of Cards» gesehen habe, habe ich gemerkt, dass es zur Realität gar nicht mehr so grosse Unterschiede gibt.» Donald Trump halte er für einen Phantasiebösewicht und sowieso sei alles vollkommen abstrus.

Dennoch, Amerika sei ein wunderbares Land, welches Musik liebe, eine wunderbare Natur habe, abwechslungsreich sei: «Für mich sind die USA immer noch das Traumland, wenn es darum geht, mich inspirieren zu lassen.»

Adrian Stern geht mit seinem neuen Album im Frühling auf Tour. Am 30. März kommt er für einen Auftritt nach St.Gallen ins Kugl.

Hier die Single «Songs wo mir liebed» aus seinem neuen Album:

Lara Abderhalden
veröffentlicht: 11. November 2016 15:59
aktualisiert: 11. November 2016 15:59